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Frankfurt Großrazzia im Rotlichtviertel

Fast 300 Polizisten durchsuchen in der Nacht zum Freitag Bordelle, Spielhallen und Bars im Frankfurter Bahnhofsviertel. 17 Personen werden vorläufig festgenommen, die Beamten stellen Waffen und Drogen sicher.

Frankfurter Bahnhofsviertel. Foto: dpa

Um 21.30 Uhr ist das Bahnhofsviertel dicht. An allen Einfahrten zum Rotlichtbezirk stehen Polizisten. Wer rein oder raus will, wird kontrolliert. Donnerstagabend, Großrazzia rund um den Hauptbahnhof. Die Polizei macht ernst mit ihrer Sicherheitsoffensive für das Viertel, die sie vor einigen Wochen angekündigt hat.

270 Beamte sind im Einsatz, davon 200 von Einheiten der Bereitschaftspolizei aus Süd- und Mittelhessen. Fast jeder, der auf der Straße unterwegs ist, muss seinen Ausweis zeigen. Insgesamt kontrollieren die Polizisten bis zum frühen Morgen mehr als 1000 Personen im Gebiet zwischen Hauptbahnhof, Niddastraße, Gallusanlage und Gutleutstraße. Zudem durchkämmen sie zehn Bordelle, zwei Wettbüros, sieben Bars und sieben Spielhallen. Und die Beamten werden fündig. Am Ende der Nacht haben sie 17 Menschen festgenommen.

Etwa eine 27 Jahre alte Frau, die gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen haben soll. Weil ihr Freund 1770 Euro Kaution bezahlt, muss sie zumindest nicht in Haft. Oder ein 17-jähriges Mädchen, das in einem Bordell als Prostituierte arbeitete. Der Betreiber des Etablissements muss nun mit einem Strafverfahren rechnen Oder auch ein 17 Jahre alter Junge. Er war als Freier in einem Haus unterwegs. Die Polizisten stellten seine Personalien fest und übergaben ihn dem Jugendamt.

Auch Verstöße gegen Hygienebestimmungen in Gaststätten, gegen die Spielverordnung, das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz stellten die Beamten fest. Unter anderem fanden sie Messer, deren Besitz nicht erlaubt ist, einen Schlagring und einen Schlagstock.

Teil der Sicherheitsoffensive

Dass im Bahnhofsgebiet in dieser Nacht scharf kontrolliert wird, spricht sich schnell herum. „Das Viertel präsentierte sich erstaunlich leer“, sagt Polizeisprecher Alexander Kießling am Freitag.

Mit dabei bei der Razzia ist auch der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU). Er hatte Ende August – kurz vor seiner Amtseinführung – angekündigt: „Wir werden im Bahnhofsviertel gegen illegale Prostitution und Drogenkonsum vorgehen – und das sehr verstärkt.“ Die Razzia am Donnerstagabend war die erste große Polizeiaktion seit Beginn der von Rhein ausgerufenen Sicherheitsoffensive im Viertel.

Der Verein Doña Carmen, der sich für die Interessen von Prostituierten einsetzt, hatte das Konzept bereits im August scharf kritisiert. Razzien seien „absolut keine Lösung“ für das Bahnhofsviertel, hieß es.

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