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Frankfurt-Griesheim Neues Kraftwerk geplant

Ein Chemieunternehmen will im Griesheimer Industriepark ein Braunkohle-Kraftwerk errichten. Die Griesheimer werden nicht begeistert sein. Sie hatten schon den Bau eines anderen Kraftwerks verhindern wollen - ohne Erfolg. Doch eine Klage dagegen läuft weiter.

26.03.2015 07:50
Das Braunkohlestaubkraftwerk in Fechenheim ist nach wie vor umstritten. Foto: Martin Weis

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Das Chemieunternehmen Weylchem möchte im Griesheimer Industriepark ein Kraftwerk zur Dampferzeugung aus Braunkohlestaub errichten. Das hat die Firma gestern per Pressemitteilung bekannt gegeben. Darin heißt es, Weylchem wolle 25 Millionen Euro in den Standort investieren, um die 210 Arbeitsplätze des Unternehmens langfristig zu sichern. Details wird Weylchem heute Abend beim Gesprächskreis der Nachbarn des Industrieparks vorstellen.

Das neue Kraftwerk soll neun Millionen Euro kosten. Im April möchte Weylchem den Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt einreichen. In Fechenheim dauert die Auseinandersetzung um ein ähnliches Projekt bereits seit 2011 unvermindert an. Dort betreibt die Firma Getec ein Braunkohlestaubkraftwerk, das Prozessdampf für die Alessa-Chemie erzeugt. Das RP genehmigte die Anlage. Bürger wie Stadt waren allerdings nicht begeistert. Die damalige Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) kritisierte: „Braunkohlestaub ist der klimaschädlichste und schmutzigste Energielieferant.“

Klagen gegen das Projekt hatten keinen Erfolg. Im Februar 2014 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof allerdings eine Berufungsverhandlung zugelassen. Der Umweltverband BUND hatte Beschwerde eingelegt. Er ist nun alleiniger Kläger, wird jedoch von der Bürgerinitiative und der Stadt unterstützt.

Wechsel zu Erdgas möglich

Die geplante Anlage in Griesheim soll zwar mit Braunkohlestaub betrieben werden, möglich wäre laut Weylchem aber auch ein Wechsel zu anderen Stoffen, wie Erdgas. So will man flexibel auf Preis-Entwicklungen reagieren können. „Eine Umwelt- und Gesundheitsgefährdung unserer Mitarbeiter und der Bevölkerung können wir ausschließen“, lässt sich Weylchem-Geschäftsführer Rafael Reiser zitieren. Der Ausstoß von Staub und Feinstaub läge um 50 Prozent unter den gesetzlichen Anforderungen. Auch die Emission von Stickoxid läge 13 Prozent, Schwefeldioxid 15 Prozent und Quecksilber um fast 90 Prozent unter den Vorgaben.

Die Anlage werde allerdings 48.200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstoßen und damit 7200 Tonnen oder zwölf Prozent mehr als die gasbetriebene bestehende Anlage. Baubeginn könnte ab Oktober sein. Ab Juni 2016 soll das Kraftwerk laufen. sky

Griesheimer Gesprächskreis, Donnerstag, 26. März, 18 Uhr, Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt, Josefshaus, Auf der Beun 16 (hinter der Kirche).

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