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Frankfurt-Ginnheim „Jeder Gast wird gleich behandelt“

Bei Gastwirt Miljenko Ribicic im „Adler“ sitzen Promis und Nachbarn an einem Tisch. In seinem Restaurant gibt es eine ganz besondere Spezialität.

Für den 42-jährigen Wirt Miljenko Ribicic ist es selbstverständlich, sich im Stadtteil zu engagieren. Foto: Christoph Boeckheler

Herr Ribicic, die Ginnheimer erzählen sich, schon Napoleon sei in Ihr Gasthaus eingekehrt. Welche Berühmtheiten durften Sie in den vergangenen Jahren schon in Ihrer Stube begrüßen?
Zu uns kommen die unterschiedlichsten Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Oberbürgermeister Peter Feldmann sitzt genauso bei uns am Tisch wie eine Gruppe einfacher Arbeiter. Der Frankfurter Maler Ferry Ahrlé zählt zu unseren Stammgästen, ebenso wie Michael Groß, einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmer. Wichtig ist uns, dass jeder Gast gleich behandelt wird, egal ob eine Berühmtheit oder der Nachbar um die Ecke zum Essen kommt. Wir wollen, dass sich jeder gleichermaßen wohl fühlt.

Ihre Eltern stammen ursprünglich aus Kroatien. Was verschlug die beiden in den 1970er Jahren nach Ginnheim?
Die Vorbesitzerin des Adlers stammte aus dem selben Ort in Kroatien wie meine Mutter. Als sie das Restaurant aufgab, dachte sie gleich an meine Eltern. Die hatten zu dieser Zeit ein Restaurant in Gustavsburg, waren aber gleich begeistert und übernahmen das Gasthaus 1974.

Ihr Restaurant ist bekannt für seine gutbürgerliche Küche. Behalten Sie das bei, weil den Ginnheimern Tradition wichtig ist?
Ursprünglich kommt das daher, dass meine Eltern auch in ihrem vorigen Restaurant gutbürgerlich kochten und das beibehalten wollten. Natürlich ist diese Küche aber auch das, was sich gerade die Ur-Ginnheimer wünschen. Wir haben immer mal wieder darüber nachgedacht, die Karte ein wenig abzuändern, sind dann aber stets wieder zum Altbewährten zurückgekehrt.

In Ihrem Restaurant gibt es eine ganz besondere Spezialität: das „Zwölf Apostel“, ein Bier, das Sie als einziges Lokal außer der Brauerei in Frankfurt ausschenken. Kommen viele Besucher extra wegen des Bieres zu Ihnen?
Sogar sehr viele. Ein Gast, der mit Nachnamen Apostel heißt, kommt regelmäßig 150 Kilometer weit gefahren, nur um unser Bier zu trinken. Die Idee, eigenes Bier zu brauen hatte mein Vater 1987. Ursprünglich wollte er die Brauerei auch in das Restaurant integrieren, da das Gebäude damals jedoch noch Eigentum der Stadt war, durfte er es nicht. Seither wird das Bier in der Rosenberger Straße gebraut.

Ihre Familie führt das Restaurant seit mehr als 40 Jahren. Wie hat sich der Stadtteil entwickelt?
Vieles hat sich getan – Ginnheim wurde immer weiter ausgebaut, es gibt kaum noch freie Flächen. Auch die Bevölkerung hat sich verändert, was wir als Restaurant auch zu spüren bekommen. Besonders prägend war die Zeit, in der die Amerikaner hier lebten, die kamen in großen Gruppen und bestellten immer das Gleiche: Jägerschnitzel. Inzwischen kommen viele Osteuropäer her, das war vor einigen Jahren noch nicht der Fall.

Sie beteiligen sich immer wieder an Aktionen im Stadtteil, haben beispielsweise das „Urban Gardening“-Projekt am Ginnheimer Kirchplatz unterstützt. Wie wichtig ist es ihnen, mit den Menschen im Stadtteil vernetzt zu sein?
In engem Kontakt mit den Ginnheimern zu sein ist uns sehr wichtig. Es ist für uns selbstverständlich zu helfen, wenn zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt Strom gebraucht wird. Auch der Stammtisch, der hier seit zwölf Jahren stattfindet, bedeutet uns viel. Klar, dass es da immer mal eine Runde aufs Haus gibt.

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