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Frankfurt Genial gelungen, das Museum

Das neue Historische Museum in Frankfurt hat zur Eröffnung schon zwei Publikumsmagnete. 5000 Besucher kommen am ersten Wochenende.

Historisches Museum
Selten hat Frankfurt so liebenswert gewirkt wie im neuen Modell des Historischen Museums. Foto: Renate Hoyer

Zur Wiedereröffnung an diesem Wochenende hat das Historische Museum in Frankfurt rund 5000 Besucher gezählt. Der Star des komplett neu konzipierten Ausstellungshauses ist unter dem Dach zu finden. Ein dreidimensionales Wimmelbild der Stadt Frankfurt. Der Künstler Hermann Helle aus Rotterdam hat an dem Modell mit 17 Mitarbeitern rund zehn Monate gebastelt und dabei recht ungewöhnliche Werkstoffe verwendet. Die Besucher oben im dritten Stock schauen begeistert auf Besenborsten, grün gefärbte Pinsel und Jetontürme. „Hinreißend“, „genial gelungen“, „echt, echt cool“, schwärmen Jung und Alt.

Das Modell entstand unter Mitarbeit der Frankfurter Bürger. In 1500 Fragebogen hatten sie Angaben zu den Besonderheiten ihres Stadtteils gemacht, von denen sich der Künstler, der Frankfurt gar nicht kannte, inspirieren ließ. Kuratiert hat das Projekt Susanne Gesser, die von der Resonanz am Eröffnungswochenende begeistert war. „Durch die Befragung der Bürger haben wir markante Orte drin, die für so ein Modell eigentlich zu klein sind, wie etwa das Grüne Soße-Denkmal in Oberrad“ erklärt Gesser.

Zu einem weiteren Publikumsmagneten entwickelt sich die Schneekugel im Untergeschoss. Auch dort kommen alle auf ihre Kosten. Die Brüder Bento und Frenze können es gar nicht abwarten, wieder eine neue Szenerie auszuwählen, die sich dann für gut fünf Minuten in der Schneekugel dreht. Bento wählt das Thema „Ewige Baustelle“ aus. „Bestimmt, weil der Vater Architekt ist“, verrät der stolze Opa. Ein anderer Besucher will wissen, woher die Inspiration zu dieser ungewöhnlichen Form der Darstellung kam. „Es gibt dafür kein Vorbild, das gibt es nirgendwo sonst“, betont Corinna Engel vom Historischen Museum. Die Idee sei fast aus der Not heraus geboren worden, denn mit der überraschenden Entdeckung des Stauferhafens 2013 schrumpfte auch die Ausstellungsfläche im Untergeschoss. So kam die Idee auf, das vorhandene Areal mit wechselnden Inhalten zu bespielen.

Insgesamt kann sich das Historische Museum nach dem Neubau nicht über mangelnde Ausstellungsfläche beklagen, sie hat sich von 3000 auf 6000 Quadratmeter verdoppelt. Die neue Konzeption hat sich von einer chronologischen Präsentation gelöst, stattdessen wird dem Besucher Frankfurt in Themenblöcken wie „Geldstadt“ „Weltstadt“ oder „Bürgerstadt“ näher gebracht. Beim letztgenannten Themenkomplex erfährt der Besucher ganz nebenbei auch mehr über den Kaisersaal. Denn im zweiten Stock hängen auch vier Porträts, die es bei der Ausstattung des Kaisersaals um 1840 nicht in den Römer geschafft haben. Auf einem Bildschirm werden aber auch die Herrscher im Kaisersaal vorgestellt.

Man ist ein bisschen erschlagen

Vor allem auswärtige Besucher könnten von der Informationsfülle ohne durchgängigen roten Faden ein bisschen erschlagen werden. Kathrin Preböck hat sich in eines der zwei Studierzimmer zurückgezogen und schnauft erstmal durch. „Ich finde es ein bisschen konfus, mir fehlt der größere Zusammenhang“, sagt die 21-Jährige aus Nürnberg zur Präsentation der Ausstellung.

Wer wirklich das ganze historische Frankfurt erleben will, für den ist ein Besuch alleine nicht ausreichend. Das Museum selbst, das zum Auftakt mit mehr Besuchern gerechnet hatte, hofft auf Wiederkehrer.

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