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Frankfurt-Gallus Tanzen für Multikulti

Schüler der Paul-Hindemith-Schule im Frankfurter Gallus bereiten einen Beitrag für die „Parade der Kulturen“ vor, die am Samstag durch die Innenstadt zieht.

Salam Madhoon übt mit ihren Freundinnen. Foto: peter-juelich.com

Salam Madhoon wirbelt ihr rotes Tuch durch die Gegend, Schritt, Schritt, klatschen, drehen – Schritt, Schritt, klatschen, drehen. „Ach Mann, ich komm immer raus“, sagt die Zehnjährige lachend zu ihrer Lehrerin. Dabei ist gerade Pause. Ihre Freundinnen steigen auch wieder in die Schrittfolge ein, als die Musik ertönt.

Die Fünftklässlerinnen der Paul-Hindemith-Schule im Gallus bereiten sich derzeit auf die „Parade der Kulturen“ vor, die am Samstag vom Mainufer über den Willy-Brand-Platz, den Roßmarkt und die Töngesgasse zum Römer zieht. 120 Schüler der Gesamtschule werden sich beteiligen, auf einem Lkw wird eine Trommelgruppe spielen. Und hinter dem Lastwagen werden Mädchen und Jungs der fünften bis zehnten Klasse tanzen.

Seit acht Jahren macht die Paul-Hindemith-Schule bei der Parade mit, auf Initiative von Lehrerin Iris Westermann. „Ich finde, wir passen gut zur Parade“, sagt sie. „Wir haben 59 Nationalitäten an der Schule, bei uns kommen Menschen verschiedener Kulturen und Religionen gut miteinander aus.“ Aus dem Motto „Gemeinsam solidarisch Frankfurt“ macht die Truppe ein „Gemeinsam solidarisch Gallus“, ein Banner wird auf dem Lastwagen zu sehen sein. „Multikulti ist im Gallus Alltag und auch unsere Stärke, die wir damit zeigen können“, sagt Westermann.

Jessica Yasenova und vier Freundinnen aus der Tanz-AG bringen den Jüngeren die Schritte bei. Die Jugendlichen haben vor zwei Jahren auf dem Lkw getanzt und gesungen und dafür den ersten Platz unter den Jugendgruppen gewonnen. „Wir hatten uns extra für die Parade eine Choreographie ausgedacht“, sagt die Zehntklässlerin. In diesem Jahr haben sie sich ebenfalls etwas ausgedacht, da aber alle Schüler eingeladen waren, ist die Schrittfolge einfacher als beim letzten Mal. Drei verschiedene Schrittfolgen üben sie mit den Mitschülern ein, zu zwei Liedern.

Ein Umzug wie beim Karneval

„Ich tanze gerne und gehe auch jeden Dienstag zum Gymnastiktraining“, sagt Sarah Ali. Die Elfjährige hat die Schritte schnell gelernt, bei der zweiten Probe kann sie schon fast mit den älteren Tänzerinnen mithalten. Auch Salam Madhoon wirbelt nun im Takt. „Das klappt inzwischen ganz gut“, sagt sie selbst. Vor Samstag sind die Mädchen aufgeregt. „Ich glaube, das wird wie beim Karneval“, sagt Sarah Ali. „Ohje, da werden uns 10 000 Leute zuschauen“, ergänzt ihre Freundin Leticia Czory, ehe sie sich wieder unter die tanzende Meute mischt.

Lara Cierzniak und Edina Kadric tanzen beide im Verein, daher war keine Frage, dass sie ihre Freizeit nach dem Unterricht in der Schulsporthalle verbringen, um für die Parade zu proben. „Ich wollte mal etwas anderes probieren, und bei der Parade war ich noch nie“, sagt die 13-jährige Lara Cierzniak. Sie findet, dass ihre Schule auch eine „Parade der Kulturen“ ist, „wir haben Mitschüler aus verschiedenen Ländern, die andere Sprachen sprechen.“

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