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Frankfurt-Gallus/Innenstadt Bürger sollen selbst gärtnern

In der Frankfurter Innenstadt und im Gallus sind zwei neue Urban-Gardening-Projekte geplant. Die Ernte von Gemüse und Früchten ist dabei zweirangig. Im Vordergrund soll der Spaß am gemeinsamen Gärtnern stehen.

Urban Gardening gibt es an vielen Orten in Frankfurt. Foto: Alex Kraus

Im Ortsbezirk 1 sollen zwei Urban Gardening-Projekte realisiert werden. Der Ortsbeirat will im Gallus ein Vorhaben des Mehrgenerationenhauses unterstützen. Der Verein Kinder im Zentrum Gallus möchte die Freiflächen an der Schneidhainer Straße, zwischen Kinderzentrum und Idsteiner Straße, als Grünflächen ausweisen. An dem Bürgergarten sollen sich alle Interessierten beteiligen können. Geplant ist, Nutzpflanzen wie Gemüse, Kräuter, Beerensträucher und Obstbäume anzubauen. Was an Bäumen und Hecken vorhanden ist, soll erhalten bleiben.

„Die Ernte ist zweitrangig“, sagte Jessica Wiegand vom Verein Kinder im Zentrum Gallus in der vergangenen Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend. Es gehe um den Spaß am gemeinsamen Gärtnern. Allerdings soll keine Grill- und Partyzone für die Nachbarschaft entstehen. Es handelt sich um ein bislang einmaliges Projekt in Frankfurt, das dauerhaft als Modell für einen Bürgergarten dienen könne. So soll auch eine Verbindung zwischen dem alten Gallus und dem Europaviertel gefördert werden.

Erste Arbeiten im Herbst

Erste Planungstreffen mit dem Grünflächenamt und dem Quartiersmanagement haben bereits stattgefunden. Mehrere Vereine und Initiativen haben ihr Interesse bekundet. Im Herbst sollen die ersten Arbeiten beginnen. Der Ortsbeirat soll das Projekt mit 1350 Euro aus eigenen Mitteln unterstützen.

Ein weiteres Urban Gardening-Projekt soll im Allerheiligenviertel in der Innenstadt entstehen. Eine Fläche in der Breiten Gasse, die derzeit noch als Parkplatz genutzt wird, möchten die Politiker Bürgern zum Gärtnern zur Verfügung stellen, um den Ort zu beleben. Die Stadt wolle in einigen Jahren auf der Fläche einen „urbanen Platz“ gestalten, so Michael Hootz vom Stadtplanungsamt. Östlich davon ist eine Wohnbebauung vorgesehen, im Norden sollen bestehende Gebäude reaktiviert werden. Noch fehle aber die soziale Kontrolle für den Bereich, so Hootz.

Während Oliver Strank (SPD) sich für das Projekt aussprach, war Parteigenosse Uwe Freiholz dagegen: Er halte Urban Gardening an der Stelle für falsch und lächerlich, weil es nicht das wirkliche Problem der Bewohner in der Innenstadt angehe, nämlich den Drogenhandel. Freiholz spottete, man könne in der Breiten Gasse eine Cannabisplantage anlegen, dann hätten es die Händler nicht weit von der Ernte zum Verbraucher. Günther Haberzettl, Sprecher der Interessensgemeinschaft Allerheiligenviertel, äußerte die Befürchtung, der neue Platz könne als Rückzugsgebiet für Dealer dienen.

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