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Frankfurt-Gallus Copperfield im Wasserturm

Eine internationale Vereinigung von Zauberkünstlern plant Shows und Kurse für Kinder in dem leerstehenden alten Wasserturm im Frankfurter Europaviertel.

Im Wasserturm an den Gleisen könnte Magie einziehen. Foto: Christoph Boeckheler

Ein Zauberturm soll der alten Wasserturm an der Europaallee werden. Das planen der Architekt Udo Mann und der Betriebswirt Paul Lemke. Der Magische Zirkel, eine internationale Vereinigung von Zauberkünstlern, soll dort Zaubershows und -kurse organisieren. Damit endet eine lang andauernde Diskussion darüber, wie das leerstehende Gebäude an den Bahngleisen zwischen den S-Bahnstationen Messe und Galluswarte, das dem Immobilienunternehmen Aurelis gehört, genutzt werden kann. Eine kleine Aussichtsplattform im Turm soll öffentlich zugänglich sein.

Die Initiatoren stellten ihre Pläne bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend vor und warben um Unterstützung. Geplant sind „Close-Up-Magie“-Abende für Zuschauergruppen von 12 bis 25 Personen. Ganz nah an den Zauberern dran soll die Frankfurter Zauber-Akademie ausschließlich für Kinder und Jugendliche gegründet werden. Bei den Zauberkursen für den Nachwuchs soll die „Geschicklichkeit geschult werden“, wie Lemke es formulierte. In einem ehemaligen Wehrturm, in Nürnberg, sei ein ähnliches Konzept vom Magischen Zirkel bereits umgesetzt worden.

Helga Roos von der Geschichtswerkstatt Gallus sprach sich gegen eine solche Nutzung aus. „Der Wasserturm ist das letzte sichtbare Denkmal der Bahngeschichte und das sollte zentraler, inhaltlicher Punkt der Nutzung sein“, so Roos. Ortsbeiratsmitglied Stephan Deusinger (CDU) sagte: „Ich bin nicht gegen Geschichte, aber der Turm bleibt erhalten und Kinder sind motivierter in einen Zauberturm zu gehen als in ein Museum“. Um Barrierefreiheit sorgte sich Thomas Sock, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt im Gallus. „Haben Sie bei allen Konzepten bedacht, dass der Turm aus Platzgründen für Gehbehinderte nicht zugänglich sein kann?“ Die Verantwortlichen bejahten das, schränkten jedoch ein, dass der Denkmalschutz berücksichtigt werden müsse.

Sommerfeste am Turm

Die Planer wollen auch das Gelände um den Turm nutzen. Die rund 1000 Quadratmeter große Außenfläche eigne sich etwa für Sommerfeste. Eine ausgediente Lokomotive soll als Erinnerung an vergangene Tage aufgestellt werden. Ortsbeiratsmitglied Evanthia Triantafillidou (Grüne) sagte: „Die Außenfläche ist sehr beengt zwischen Vonovia-Gebäuden und der Bahn-Anlage, daher sollte die Fläche alleine stehen, um Nutzern Bewegungsraum zu bieten“. Stefan Korte (FDP) sprach dagegen von einer „hervorragenden Idee mit guten und charmanten Ansätzen“.

Eine Sanierung des „momentan verfallenden Kleinodes“, wie Architekt Mann sagte, belaufe sich auf bis zu 200 000 Euro. „Später soll sich der Turm ohne Kosten für die Stadt selbst tragen“, ergänzte sein Projektpartner. Zur Unterhaltung des Turms soll ein Verein gegründet werden. Der Magische Zirkel könne den Unterhalt nicht übernehmen, sei jedoch eine „starke Gemeinschaft“, die internationale Kontakte habe, so Lemke. „Es könnten spontan auch mal Siegfried und Roy oder David Copperfield auftauchen“, sagte er. Ein Bürger schlug vor, ein Konzept für alle Wassertürme stadtweit zu erarbeiten, um so einen „Symbolwert für Bürger und touristische Attraktionen für Besucher“ zu schaffen.

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