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Frankfurt Flüchtlinge Flüchtlinge dürfen länger bleiben

Die afrikanischen Flüchtlinge, die derzeit in der Gutleutkirche leben, müssen diese nicht wie bisher vorgesehen Ende März verlassen. Derzeit sucht der Evangelische Regionalverband weiter nach einer dauerhaften Lösung für die Lampedusa-Flüchtlinge. Einer der 22 Männer hat eine Wohnung und einen Job in Frankfurt gefunden.

Dank vieler Helfer hat sich die Situation für die 22 Flüchtlinge in der Gutleutkirche deutlich verbessert. Foto: Peter Jülich

Erst hieß es, sie sollten bis Ende März raus. Jetzt sieht es so aus, als könne die Gruppe von afrikanischen Flüchtlingen, die seit November in der Gutleutkirche wohnt, doch noch eine Weile bleiben. Wie Ralf Bräuer, Sprecher des Evangelischen Regionalverbandes, der Frankfurter Rundschau sagte, werde die Kirche erst dann geleert, wenn für die einzelnen Männer eine Lösung gefunden sei. Daran arbeite man derzeit. „Niemand wird wieder unter der Brücke landen“, versicherte Bräuer. Viele der Flüchtlinge, die zumeist über die italienische Insel Lampedusa nach Frankfurt gekommen sind, hatten lange unter einer Mainbrücke geschlafen.

Was genau beim Evangelischen Regionalverband überlegt wird, wollte Bräuer nicht sagen. Details wolle man erst nennen, „wenn alles unter Dach und Fach ist“. Experten sind sich einig, dass die Lage der Flüchtlinge relativ aussichtslos ist: Obwohl die Unterstützung in der Stadt nach wie vor groß ist, hat die Mehrzahl von ihnen wohl keine Chance auf ein Bleiberecht in Deutschland, weil sie nach geltendem EU-Recht nach Italien oder Spanien gehören. Von dort waren die Männer zur Arbeitssuche nach Frankfurt aufgebrochen.

Pfarrer Ulrich Schaffert, der sich seit Monaten um die Flüchtlinge kümmert, schilderte der FR die aktuelle Lage. Einer der Männer habe einen Job und eine Wohnung gefunden, bei einem weiteren sehe es gut aus, sagte Schaffert. Ein dritter Flüchtling müsse aus rechtlichen Gründen eine Zeit lang nach Spanien, habe dann aber ebenfalls gute Aussichten auf eine Arbeit in Frankfurt. Alle drei hätten einen speziellen Aufenthaltstitel, der bei erfolgreicher Arbeitssuche auch hier gelte.

Hoffnung auf OB Feldmann

Drei Flüchtlinge hätten dagegen entschieden, nach Italien zurückzukehren, sagte Schaffert. Einer sei bereits abgereist. Andere überlegten noch, ihre Hoffnung auf Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu setzen. Feldmann hatte vorgeschlagen, bei Frankfurts Partnerstadt Mailand anzufragen, ob für die Flüchtlinge dort eine Perspektive geschaffen werden könne. Schaffert betonte, dass er die Männer nicht unter Druck setzen wolle. „Sie müssen selbst entscheiden, wo sie ihre Perspektive sehen“, sagte er. Die Gruppen-Unterbringung in der Gutleutkirche sei für die Flüchtlinge zwar besser als nichts, auf lange Sicht aber „zermürbend“.

Timmo Scherenberg vom Hessischen Flüchtlingsrat sagte, es sei gut, wenn Kirche und Stadt die Flüchtlinge nicht einfach fallenließen. „Wenn es eine Perspektive in Italien gibt, werden die Leute sie sicherlich auch annehmen“, sagte Scherenberg. Man müsse jetzt darauf hoffen, „dass man für die Einzelnen eine humanitäre Lösung findet“.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) veranstaltet am Freitag, 21. März, eine Podiumsdiskussion zu den 22 Lampedusa-Flüchtlingen und zur EU-Asylpolitik im Allgemeinen. Die Podiumsgäste stehen noch nicht endgültig fest. Henschelstraße 11, Beginn ist um 19 Uhr.

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