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Frankfurt-Fechenheim Lebensraum für Storch und Bieber

Das Umweltamt beginnt mit der Renaturierung der Mainaue. Der Mainbogen in Fechenheim unterhalb der neuen Carl-Ullrich-Brücke soll zu einem Lebensraum für Biber, Frösche und Libellen werden. In den kommenden zwei Wochen werden zwei neue Teiche ausgehoben.

Umweltamt-Chef Peter Dommermuth (rechts) mit dem Plan für die Gewässer. Foto: Christoph Boeckheler

Ein Paradies für Biber, Frösche und Libellen: So stellen sich die Verantwortlichen im Umweltamt die Zukunft des Mainbogens in Fechenheim unterhalb der neuen Carl-Ullrich-Brücke vor. Davon ist die ehemals landwirtschaftlich genutzte Brache im Südosten Frankfurts zwar noch weit entfernt, doch die erste Bauphase hat der Leiter des Umweltamtes, Peter Dommermuth, am Dienstag eingeläutet.

In den kommenden zwei Wochen werden dort zwei sogenannte Altwasserteiche ausgehoben. Diese speisen sich aus dem Grundwasser, liegen jedoch im Überschwemmungsbereich des Mains. Bei Hochwasser strömt dann Mainwasser in die Teiche, die dadurch zum idealen Laichplatz für Fische werden. Zudem, hofft Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, werden die Weiher Amphibien und Libellen anziehen. „Und vielleicht sehen wir am Fechenheimer Mainbogen auch mal wieder einen Storch“, erklärt er. In Zukunft könnte auch der Biber wieder in Frankfurt heimisch werden. „Beide Arten kamen früher hier vor und haben sich weiter oberhalb des Mains auch schon wieder angesiedelt.“

Zusätzlich zu den beiden bis zu eineinhalb Meter tiefen Teichen hebt das Umweltamt einen temporären Tümpel aus, der nur bei Überschwemmungen einen Wasserzufluss aus dem Main erhält. Insgesamt sollen laut Projektleiter Rainer Zimmermann 3700 Quadratmeter Wasserfläche entstehen. Dafür investiert das Umweltamt etwa 100.000 Euro. Die drei Tümpel sind Teil eines übergeordneten Auwald-Projektes. Damit setzt die Stadt eine EU-Richtlinie zur Renaturierung von Ufergebieten um und schafft gleichzeitig einen Ausgleich für verlorengegangene Grünfläche im Neubaugebiet Leuchte in Bergen-Enkheim.

Erst vergangene Woche hatte der Magistrat die sogenannte Flurbereinigung für den Mainbogen beschlossen. Neben der Pflanzung eines Auwaldes soll dafür auch ein rund 1,7 Kilometer langer Altarm reaktiviert werden. Die 90 Hektar umfassende Mainaue in Fechenheim ist auch für den Hochwasserschutz in der Innenstadt wichtig.

Unbebautes Uferstück

Im Süden Fechenheims entsteht allerdings kein neues Naherholungsgebiet, wie Projektleiter Zimmermann klarstellt: „Der Raum bleibt der Natur vorbehalten.“ Ziel des Projektes sei, die Strukturarmut, also das Fehlen einer vielfältigen Flora und Fauna, in den Mainauen zu bekämpfen. Das Gebiet in Fechenheim eigne sich besonders gut, weil es neben den Schwanheimer Auen das einzige, gänzlich unbebaute Uferstück in Frankfurt sei. Zudem gehören die Grundstücke dort der Stadt. Die Pacht mit einem Bauern aus Bruchköbel, der das Gelände bewirtschaftet hatte, wurde im vergangenen Jahr gekündigt.

„Für uns ist der Baubeginn wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, freut sich Amtsleiter Dommermuth. Die drei Teiche seien nur der erste Schritt: „Wir werden hier am Main den Lebensbereich für Flora und Fauna qualitativ aufwerten“, verspricht er. Bis Storch und Biber tatsächlich nach Fechenheim zurückkehren, wird es jedoch wohl noch etwas dauern.

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