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Frankfurt-Fechenheim Angst vor Monstrum in Fechenheim

Eine Brücke könnte im Frankfurter Stadtteil Fechenheim in der Cassellastraße die Gleise queren. Doch Bürger befürchten, dass die Querung sich als ein „Monstrum“ erweisen könnte.

Derzeit muss man am Bahnübergang lange warten. Foto: Rolf Oeser

Unterführung oder Brücke? Diese Frage hat bei der Vorstellung der Pläne zur Neugestaltung der Cassellastraße im Zuge des Baus der nordmainischen S-Bahn am Montagabend im Ortsbeirat 11 hitzige Debatten ausgelöst. Das Amt für Straßenbau und Erschließung stellte zwei Entwürfe vor, von denen einer ab 2021 verwirklicht werden soll. Zuhörer bemängelten insbesondere, dass die Brücke ein „Monstrum“ sei. Sie befürchten, dass sie für Radfahrer und Gehbehinderte nicht gut benutzbar sei.

Momentan stauen sich täglich Autos, Radler und Passanten in der Cassellastraße, wenn sich dort im regelmäßigen Abständen die Bahnschranken herabsenken. Dann heißt es warten. Mitunter zehn Minuten, oder länger. Das soll im Zuge des Baus der nordmainischen S-Bahn anders werden. Passanten und Radfahrer sollen dann via Unterführung oder über eine Brücke die Gleise überqueren können. Der Bau soll ihnen zudem Zugang zur geplanten S-Bahn-Station ermöglichen.

Autofahrer werden künftig über die Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße von der Hanauer Landstraße zur Orber Straße fahren können. Dort wird für sie eine Eisenbahnunterführung gebaut.

Weil eine Brücke ersten Schätzungen zufolge mit 1,5 Millionen Euro günstiger wird als die fünfmal so teure Unterführung, werde sie zur Zeit von der Stadt präferiert, sagte Marcus Überreiter vom Straßenbauamt. Leitungen müssten dann nicht verlegt werden, wie es beim Tiefbau nötig wäre. Allerdings hätte die Brücke „größeren gestalterischen Einfluss“ auf die Umgebung.

Die Brücke soll in 6,30 bis 6,70 Metern Höhe über der Cassellastraße thronen. An den Seiten des Bauwerks hängen zwei, wegen ihrer Schlaufenform als „Ohren“ bezeichnete Rampe quer zur Straße in der Luft, so die Pläne. Sie sollen Gehbehinderte und Radfahrern den Aufgang erleichtern. Länge pro Seite: 50 Meter, insgesamt also 100 Meter. Ähnliches wäre auch im Entwurf für die Unterführung vorgesehen, allerdings ebenerdig und 20 Meter kürzer, da der Tiefbau nur 4,50 Höhenunterschied überwinden müsste. Aufzüge zur Brücke werde es keine geben, sagte Überreiter. Diese seien „nicht so gern gewollt“, da sie oft kaputt gingen.

Stefan Klee von den Linken nannte die Brücke „schlichtweg hässlich“ und ein „Monstrum“. Er befürworte eine Unterführung, „auch im Sinne der Menschen mit Geheinschränkung“. Viele teilten Klees Sorge. „Jeder Meter mehr ist für Gebehinderte eine echte Anstrengung“, so eine Bürgerin.

Die SPD stellte die Sinnhaftigkeit eines Brückenneubaus in Frage. Sozialdemokrat Stephan Zilcher regte an, die bereits bestehende Cassellabrücke zu verlängern, um ein „unnötiges Auf und Ab“ zu vermeiden. Darauf kam zumindest am Montagabend ein Nein von den Vertretern der Stadt. Die 400 Meter lange Brücke sei mit ihrer Stufenrampe nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Eine Sanierung eines so alten und langen Objekts würde zu viel kosten.

Der Ortsbeirat werde nach der Sommerpause eine Stellungnahme zu beiden Varianten abgeben, sagte Vorsteher Werner Skrypalle (SPD). Die wird in der weiteren Prüfung der Stadt berücksichtigt.

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