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Frankfurt-Europaviertel Sightseeing auf der Baustelle

Wohnblocks und Restaurants dominieren im Europaviertel. Viele Attraktionen hat Frankfurts jüngster Stadtteil noch nicht. Wenn man dort etwas tun kann, dann ist es Baustellengucken.

Einkaufen und italienisch essen am westlichen Rande des Europagartens: dem Tel-Aviv-Platz. Foto: Rolf Oeser

Viele Attraktionen hat das Europaviertel nicht, noch nicht. Doch selbst die wenigen mussten zuletzt weichen. Zuerst wurde der Europagarten für den Tunnelbau umgegraben und seit diesem Jahr sind die Öffnungszeiten beim Minigolfplatz „Handicap43“ von der Tafel gewischt. Gegolft wird hier nicht mehr. Das Angebot war ohnehin nur temporär angedacht, weil auf dem Grundstück ein Gebäude errichtet werden soll, jetzt ist der Familiensport nach wenigen Jahren eingestellt worden.

Was bleibt? Die beiden kleinen Parks an der Europagarten-Baustelle, einst Taschenparks genannt, mittlerweile zu Gleisfeldpark und Lotte-Specht-Park umbenannt. Dort gibt es Spielplätze für Kinder, einen Bolzplatz (auch den bloß temporär bis ein dauerhafter kommt) und wenige Grünflächen, die auch von den Nachbarn im südlichen Gallus und der Kuhwaldsiedlung gern genutzt werden.

Um den jüngsten Stadtteil kennenzulernen, bieten die Frankfurter Stadtevents Führungen an. Im östlichen Teil beginnt die Tour mit einem Gang durch den Ehrenhof des Tower 185 und endet auf dem Dach des Skyline Plazas. Bei der Führung durch den westlichen Teil wird erklärt, wie sich das Viertel entwickeln soll.

Am östlichen Rande des Stadtteils dominiert das Skyline Plaza mit vielen Geschäften und dem Food Court in dem es Gerichte aus aller Welt gibt. Nach drei Jahren hat sich das Einkaufszentrum aber immer noch nicht etablieren können – zum Vorteil jener, die die Innenstadt scheuen. Denn im Skyline Plaza lässt sich verlässlich entspannt einkaufen und danach auf der kostenlosen Dachterrasse mit Skylineblick Tischkicker und Tischtennis spielen.

An der Europa-Allee, rund um das Skyline Plaza, haben Block House, MoschMosch und Sushi Kaiser Restaurants eröffnet. Zwei inhabergeführte Lokale bieten Speisen abseits des Mainstreams, das „Iss gut“ und das italienische „Restaurant Volare“. Gegenüber gibt es Kaffeespezialitäten in verschiedenen Röstgraden, beim Kaffeewerk Espressionist.

Mittlerweile hat sich allerdings auch abseits des Skyline Plazas einiges getan. Nicht nur Wohnraum ist hier entstanden, auch Gewerbe hat sich angesiedelt, von der Fahrschule bis zum Reisebüro, von der Physiotherapie-Praxis bis zum Teeladen.

Am Europagarten hat sich das Restaurant „Laube Liebe Hoffnung“ behauptet. Auf der Karte stehen Salate, Fleischgerichte und Vegetarisches, ein langes Frühstück, Barbecue sowie Kaffee und Kuchen. Zweigängige Mittagsmenüs kosten 14,90 Euro, zum Beispiel Spargelbrühe mit Muschelnudeln, Limette und Minze als Vorspeise und danach gebratenen Reis mit Hähnchenbrust, Sojasprossen, Zuckerschoten, Mais und Erdnüssen. Oder Kalbsrollbraten mit Karotten-Spargelgemüse und Kartoffelgratin, im Nachgang Erdbeer-Käse-Sahne-Törtchen mit Erdbeereis.

Am westlichen Rande des Europagarten, dem Tel-Aviv-Platz, hat sich ein Rewe und zu Jahresbeginn auch ein italienisches Restaurant angesiedelt. Obwohl es schon mehrere namensgleiche Pizzerien in der Stadt gibt, hat das Da Cimino wohlwollende Kritik auf Bewertungsportalen bekommen. Auf der Terrasse mit Blick auf die Tunnelbaustelle sitzt es sich allerdings noch nicht sehr gemütlich.

Und das ist dann auch typisch für den Stadtteil: Wenn man etwas im Europaviertel gut kann, dann ist es Baustellengucken. Das wird so schnell auch nicht verschwinden, denn es wird noch einiges entstehen.

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