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Frankfurt-Eschersheim Wendemanöver unterbinden

Der Ortsbeirat will den nördlichen Teil der Kurhessenstraße als Einbahnstraße ausweisen. Es soll so verhindert werden, dass Autofahrer den Abschnitt zum Wenden nutzen.

20.01.2017 20:11
Jan Klauth
Um zur Eschersheimer Landstraße zu kommen, wenden hier zahlreiche Autos. Foto: Peter Jülich

„Der Verkehrslärm im Bereich am Weißen Stein und der Kurhessenstraße ist unerträglich“, klagt Michael Rudy, Anwohner aus Eschersheim, in der Sitzung des Ortsbeirats 9 am Donnerstagabend. „Tagsüber können Sie kein Fenster offen stehen lassen, am Telefon versteht man kein Wort mehr“, sagt der Steuerberater, der eine Kanzlei am oberen Teil der Kurhessenstraße hat.

Den Lärm erzeugen vor allem die Autos, die von Heddernheim aus über die Maybachbrücke und den Weißen Stein kommen. Sie nutzen die Kurhessenstraße um zu wenden und über die Kreuzung der Eschersheimer Landstraße weiter in Richtung Norden zu fahren. „Den fließenden Verkehr beeinträchtigen sie massiv“, sagt Klaus Funk, FDP-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat – quietschende Reifen und Hupkonzerte seien die alltäglichen Folgen unter denen Anwohner und Gewerbe zu leiden hätten.

Eine mögliche Lösung für das Problem hat die FDP parat: Das Teilstück der Kurhessenstraße vom Lindenring soll bis zur Einmündung der Eschersheimer Landstraße zur Einbahnstraße werden. Das verhindere, dass die Autos direkt vom Weißen Stein in die Kurhessenstraße einbiegen (und direkt wenden). Autofahrer müssten eine der nächsten Straßen stadteinwärts nutzen, um sich danach in die Kurhessenstraße einzuordnen. 300 Meter lang ist der Abschnitt, den die Autos nur noch in Richtung Norden befahren könnten. Die Probephase soll zunächst sechs Monate dauern. Die Anwohner unterstützten das. „Die Wendemanöver stellen auch für Radfahrer, Fußgänger und vor allem Kinder eine Gefahr dar“, sagt etwa Christina Markus, regelmäßig komme es auch zu kleineren Unfällen.

„Verstärkt wird das Lärmproblem außerdem durch die U-Bahn“, sagt Klaus Funk. Im Minutentakt rauschen die oberirdisch fahrenden Züge auf der Eschersheimer Landstraße durch den Stadtteil, der Lärm sei in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden, sagt auch Michael Rudy. Die Ursache hierfür liege in der Abnutzung der Gleisanlage, so Klaus Funk. Die VGF müsse die Wagen der Linien U1,U2,U3, und U8 daher mit Schallabsorbern, ausstatten – ebenfalls ein FDP-Antrag.

„Die Nachrüstung wird kommen“, verspricht VGF-Sprecher Bernd Conrads, bis spätestens Jahresende seien alle Wagen der Linien mit den schalldämpfenden Absorbern versehen. 1,3 Millionen investiert die VGF, zumindest eine Geräuschquelle könnte für die geplagten Anwohner also bald der Vergangenheit angehören.

Einwände gegen die Testphase der Einbahnregelung für die Kurhessenstraße äußerte die SPD im Ortsbeirat. Mit dem kommenden Umbau der Eschersheimer würde sich die Verkehrssituation ohnehin neu entwickeln, sagt Donna Ochs. Thomas Budenz (BBF) drängte hingegen auf den Beschluss, schon seit Monaten sei das Thema immer wieder verschoben worden. Beide Anträge hat der Ortsbeirat beschlossen. Die Testphase für die Kurhessenstraße könnte bereits im Mai beginnen, hofft Klaus Funk.

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