Lade Inhalte...

Frankfurt-Eschersheim Pächter kämpfen um Kleingärten

Eine Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt von Kleingärten und eines angrenzenden Walds nördlich der Anne-Frank-Siedlung. Gärten und Wald könnten einem Neubaugebiet an der A661 zum Opfer fallen.

Anwohner Nuri Erenci fürchtet um seinen Kleingarten „Im Geeren“ in Eschersheim. Foto: Christoph Boeckheler

Gegen die Pläne des Neubaugebiets, das nördlich der Anne-Frank-Siedlung entstehen soll, regt sich Protest: Rund 30 Anwohner schlossen sich jetzt zu einer Bürgerinitiative zusammen, um für den Erhalt der Kleingärten und des angrenzenden Birkenwäldchens zu kämpfen. Denn noch ist unklar, ob diese nicht den Neubauplänen zum Opfer fallen.

„Wir sperren uns keineswegs gegen das Neubaugebiet“, sagt Gründungsmitglied und Kleingartenpächter Nuri Erencin. „Unsere Forderung lautet aber ganz klar: Kleingärten und Birkenwäldchen müssen bestehen bleiben.“ Beide Flächen seien für die Anwohner von großer Bedeutung: Einerseits sei das Biotop, gerade wegen der Nähe zur Autobahn A661, ein ökologischer Ausgleichsraum für Luft und ein natürlicher Rückzugsort von Wild und Vögeln. Andererseits seien die Gärten ein beliebter Treffpunkt der Nachbarschaft und die alten Obstbäume schützenswert.

Im Herbst vergangenen Jahres wurde für das Neubaugebiet auf dem Areal zwischen der Straße „Im Geeren“ und der A661 großflächig gerodet, einzig die Gewächshäuser einer Baumschule blieben auf der Freifläche stehen. Im Januar gab es dann eine Ortsbegehung mit dem CDU-Politiker Uwe Becker. Mehr als 60 Anwohner kamen. Doch weder zur Zukunft des Birkenwäldchens noch der Kleingärten konnte Becker etwas sagen.

Klar ist: Auf dem rund elf Hektar großen Areal sollen 680 Wohneinheiten entstehen. Das sieht das städtische Wohnland-und Entwicklungsprogramm von 2015 vor. „Wo genau die Grenzen verlaufen werden, wird aber erst der städtische Bebauungsplan offenlegen“, sagt Erencin. Mit der Bürgerinitiative könne man jetzt noch Einfluss nehmen, um die „Vernichtung des letzten Grüns“ zu verhindern.

Bebauungsplan frühestens im April

„Mit dem Bebauungsplan ist frühestens im April zu rechnen“, sagt Mark Gellert, Sprecher des städtischen Planungsdezernats. „Die Rodung auf dem Areal der Baumschule Lukas hat die Anwohner sicherlich verunsichert“, sagt er. Sobald der städtebauliche Entwurf steht, solle dieser auch den Anwohnern im Ortsbeirat 9 vorgestellt werden. Bevor tatsächlich die Bagger anrollen, könnten aber „bestimmt noch zwei Jahre ins Land gehen“, vermutet Gellert.

Wegen den Kleingärten sei noch keine Entscheidung getroffen, versichert er. Falls die Kleingärtner den Neubauten weichen müssten, versuche die Stadt alternative Flächen anzubieten.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, hat die Bürgerinitiative schon ihren nächsten Schritt geplant: In den kommenden Wochen sollen Vertreter des Umweltamts die Kleingärten und das Birkenwäldchen genau unter die Lupe nehmen und feststellen, welche Wildtiere in den Bäumen und Sträuchern beheimatet sind. Waldohreulen, Buntspechte und Ringeltauben ließen sich regelmäßig beobachten, sagt Erencin, der sogar Beweisfotos hat. „Im Sommer kann man sogar Fledermäuse in der Dämmerung entdecken.“

Bis das Ergebnis des Umweltamts vorliegt, will sich die Bürgerinitiative weitere Schritte überlegen. Seit Dienstag ist die Facebook-Seite „Bürgerinitiative Grünflächenerhalt Im Geeren“ eingerichtet, auf der Ideen und Informationen ausgetauscht werden können.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum