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Frankfurt Ein Brand, der Existenzen vernichtet

Bei dem Großbrand in Fechenheim haben einige Mieter ihr Hab und Gut verloren. Die Polizei geht von einem Millionen-Schaden aus.

Der Brand hatte verheerende Auswirkungen. Foto: Manfred Georg Koetter

Manfred Koetter trägt es mittlerweile mit Galgenhumor. Der Fotograf und Künstler ist einer der Betroffenen des Großbrandes in Fechenheim. Weil er seine Wohnung im Nordend wegen Eigenbedarf räumen musste, hatte er sein ganzes Hab und Gut in der Lagerhalle in der Carl-Benz-Straße eingelagert: Kameras, Bücher, antike Möbel, Skier, Waschmaschine, wertvolle Bilder, darunter ein Druck des Expressionisten Erich Heckel, der alleine auf 5000 Euro geschätzt wird. „Es ist alles weg, außer Tisch, Stuhl und Bett, ich habe jetzt nur noch das Nötigste“, sagt Koetter, der schätzt, das der Schaden für ihn zwischen 70 000 und 80 000 Euro liegt.

So wie Kötter geht es vielen Mietern in der großen Lagerhalle. Manche, sagt Kötter, habe es dabei sogar noch schlimmer erwischt: „Einem Möbelrestaurator wurde durch das Feuer die Existenz vernichtet.“ Eine Autowerkstatt büßte viele Fahrzeuge ein, darunter Oldtimer, einem Modehändler ging ein Teil des Lagers in Flammen auf.

Bei dem Feuer in der Nacht zu Dienstag waren vier Fünftel einer großen Lagerhalle komplett ausgebrannt. Die Halle war in mehrere kleinen Hallen unterteilt, einige hatten sich dort zur Untermiete eingerichtet.

Die Polizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Versicherungen, sagt Koetter, habe keiner der kleinen Mieter gehabt. Auch das wird die Polizei prüfen, die nichts unversucht lässt, ein mögliches Motiv für die mutmaßliche Brandstiftung zu finden. Ungewohnt früh war sie am Mittwoch an die Öffentlichkeit gegangen und hatte mitgeteilt, dass sie bei dem Großfeuer von Brandstiftung ausgeht. Eine Überwachungskamera auf dem weitläufigen Gelände zeige zur Tatzeit einen Mann, der nun gesucht wird.

Die Größe des Feuers lässt Erinnerungen an die Brandstiftung von Holzbauten im vergangenen Jahr aufkommen. Bei den Bränden der Kindertagesstätte im Dornbusch und des Goetheturms kam die Feuerwehr zu spät, um die Bauwerke selbst noch zu retten. Ähnlich sah es nun in Fechenheim aus. Die Hoffnung, dass es sich bei dem Mann auf der Überwachungskamera vielleicht um den schon lange gesuchten Brandstifter handele, macht Polizeisprecher André Sturmeit aber zunichte: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Viel mehr will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben, aber Sturmeit verrät noch: „Es passt nicht in die Gesamtkonstellation, nach dem, was wir über den Brand in der Carl-Benz-Straße wissen.“

Manfred Koetter betrieb am Donnerstag noch ein bisschen Trauerarbeit. Gegen Mittag wurde das Gelände, das zuvor wegen der Hitzeentwicklung und Einsturzgefahr gesperrt war, wieder freigegeben. Der Fotograf traf sich daraufhin mit einigen anderen Mietern am Brandort.

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