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Frankfurt Blitzeinschlag am Frankfurter Flughafen

Bei einem Unwetter am Dienstagabend wird ein Beschäftigter am Frankfurter Flughafen auf dem Rollfeld von einem Blitz getroffen. Er erleidet schwere Verletzungen. Besten Schutz bei Unwetter bietet das Auto oder ein Gebäude.

Bei Gewittergefahr muss Fraport schnell reagieren. Foto: Andreas Arnold

Die anhaltenden schweren Gewitter haben ein erstes Opfer in Frankfurt gefordert: Ein Lufthansa-Mitarbeiter wurde am Dienstag gegen 21.48 Uhr am Flughafen vom Blitz getroffen und dabei schwer verletzt, meldete die Polizei am Mittwoch. Er hatte auf dem Trittbrett eines Schlepperfahrzeugs gestanden, das auf dem Vorfeld eine Boeing 777 positionieren wollte.

Der Mann hatte Glück. Noch am Mittwoch wurde er aus dem Krankenhaus entlassen, teilte ein Sprecher von Lufthansa-Technik auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Der Blitz sei in der Nähe des 44-Jährigen eingeschlagen, möglicherweise in die Boeing 777, die noch am Terminalfinger stand. Der Mann hatte sein Headset in die Maschine eingestöpselt, um den Piloten zu dirigieren: Diese Kabelverbindung könne die Verletzung verursacht haben. Die konkrete Unwetterwarnung von Flughafenbetreiberin Fraport habe seine Kollegen erst wenige Minuten nach dem Unglück erreicht, sagte Lufthansa-Technik-Sprecher Wolfgang Reinert.

Nähert sich ein Gewitter dem Flughafen, stellt Fraport die Abfertigung am Boden ein, informiert Unternehmenssprecher Christian Engel. Am Dienstag war dies zwischen 21.51 Uhr und 22.45 Uhr der Fall. Wie üblich seien alle Firmen am Flughafen informiert worden.

Das Unglück mache deutlich, dass bei Gewittern eine Gefahr für die Mitarbeiter bestehe, teilte das hessische Verkehrsministerium mit. Die Flugzeugabfertigung müsse gestoppt werden, was zu verspäteten Starts führen könne. Als Folge des starken Unwetters habe die Luftaufsicht am Dienstag 47 Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr erteilt. Der letzte Abflug sei um 23.57 Uhr gewesen.

Außerdem kam es zu zehn Verspätungslandungen, die letzte um 23.39 Uhr. Vier Flugzeuge mit Ziel Frankfurt seien nach Nürnberg und Köln umgeleitet worden. Den Antrag einer Fluggesellschaft für eine Landung nach Mitternacht habe die Behörde abgelehnt. Die aktuelle Wetterlage treibt die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für das von 23 bis 5 Uhr geltende Nachtflugverbot massiv in die Höhe: Allein zwischen dem 13. Mai und dem 7. Juni kam es deshalb zu insgesamt 160 verspäteten Starts, informierte das Ministerium in Wiesbaden. „Die Ausnahmegenehmigungen wurden erteilt, weil der Grund der Verspätung außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaften lag.“

Gewitterprognosen zu treffen, ist sehr schwierig, räumt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net ein. Der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel sei keine Mär. Wohl aber, dass ein Headset oder ein Handy Blitze anziehe: „Die sind zu eng am Körper.“ Der Blitz suche sich den „kürzesten Weg zum Erdboden“. Das sei der Mensch auf dem Fahrrad, der Wanderer auf freiem Feld oder der Frankfurter, der vom Dach aus das faszinierende Himmelsspektakel fotografiert.

Jung empfiehlt bei Gewittern, im Auto, einem Gebäude und zur Not in einer Mulde im Wald Zuflucht zu suchen. Mit solchen Unwettern sei für die nächste Zeit nicht mehr zu rechnen. Langsam beruhige sich die Lage. Und für nächste Woche sagt der Experte „Schafskälte“ an.

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