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Frankfurt baut Empörte Initiativen

Die Bürger fühlen sich beim Bürgerforum zum Uni-Campus Bockenheim ausgeschlossen. Sie halten das Forum für eine Werbeveranstaltung zugunsten der Hochkultur. Montagabend, 16. Mai, steigt das Forum, die Veranstaltung, der Streit.

Die Pläne für den Bockenheimer Campus sind umstritten. Foto: FR/Arnold

Sie fühlen sich „ausgeschlossen“. Die Bürgerinitiativen, die seit Monaten engagiert um die Zukunft des alten Universitäts-Campus in Bockenheim kämpfen, dürfen am kommenden Montag nicht auf dem Podium sitzen. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) lädt für den 16. Mai zu einem „Bürgerforum“ zum geplanten „Kulturcampus Bockenheim“. Doch weder „Zukunft Bockenheim“, noch „Ratschlag Campus Bockenheim“ noch die Gruppe „Offenes Haus der Kulturen“ sind eingeladen, wenn um 19.30 Uhr in der Aula der Universität die Veranstaltung beginnt.

Trotz des Titels „Bürgerforum“ sind nur Repräsentanten von Institutionen auf dem Podium vertreten: Uni-Präsident Werner Müller-Esterl, Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungs-Holding ABG, Thomas Rietschel, Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, und Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU). Michael Denkel vertritt das Architekturbüro Albert Speer&Partner.

Aus der Sicht von Angelika Wahl vom „Ratschlag Campus Bockenheim“ wird am Montag lediglich „eine Werbeveranstaltung präsentiert für den glanzvollen Leuchtturm der Hochkultur“, der auf dem alten Campus entstehen solle. Wahl fürchtet, dass mit der „Hochkultur“ und mit „hochpreisigen Wohnungen“ ein Tor zur weiteren Gentrifizierung Frankfurts geöffnet wird. Wünschenswert sei eine gemischte Bevölkerungsstruktur und eine Mischung der „Kultur von unten“ mit der Hochkultur. In einem Gespräch mit OB Petra Roth und in einem Brief hätten die Initiativen ihre Konzepte dargelegt: „Eine verbindliche Antwort haben wir bis heute nicht erhalten.“ Die Bockenheimer SPD-Stadtverordnete Anna Latsch sagte, schon zum zweiten Mal lade die OB „zu einem Bürgerforum, bei dem die Bürger nur Zuschauer sind.“

Uni gegen Zwischenlösung

Um eine Räumung des alten Campus durch die Universität zu beschleunigen, will die Kommune helfen. „Die Stadt bemüht sich sehr um Zwischenlösungen“, sagte Roths Sprecher Matthias Arning. Die ABG werde der Universität Räume für Fachbereiche und Verwaltung zur Verfügung stellen. Das bestätigte ABG-Geschäftsführer Frank Junker: „Wir haben das gemeinsame Interesse, dass die Uni so schnell wie möglich vom alten Campus auszieht“.

Die Universität will freilich von Zwischenlösungen nichts wissen. „Die beste Lösung ist die rasche Realisierung des dritten Bauabschnitts auf dem neuen Campus Westend“, so Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn. Matthias Arning sagte, noch vor der Sommerpause werde der Kaufvertrag zwischen Land und Stadt über das alte Campus-Gelände unterschrieben.

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