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Frankfurt-Bahnhofsviertel „Ein schlechter Witz“

Bei der Bahnhofsviertelnacht verwandelt sich das kleinste Viertel Frankfurts in eine rappelvolle Partymeile. Die Stadt will aus Sicherheitsgründen das Stadtteilfest vom Sommer in den Winter verlegen. Der Ortsbeirat 1 diskutiert die Verlegung.

Besucher der Bahnhofsviertelnacht 2015. Foto: Andreas Arnold

Warum findet die Bahnhofsviertelnacht in der kältesten Nacht des Jahres statt?“, fragte Nico Wehnemann in der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats 1 am Dienstag. Wenn die Stadt wolle, dass niemand komme, müsste sie das Fest auf den 24. Dezember verlegen. Wehnemann ist Vorsitzender des Ortsverbands Gallus der Satirepartei „Die Partei“, Mitglied des Ortsbeirats ist er nicht. Den Sitz hat Tilo Krauter für „Die Partei“ inne. Dennoch tat der neue Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) die Bemerkung als „kabarettistischen Beitrag“ ab, der dem Ortsbeirat einen Vorgeschmack darauf gebe, was ihn demnächst erwarte.

Dabei war Wehnemanns Einwand – wenn auch ironisch vorgetragen – durchaus ernst gemeint und führte auch zu einer Debatte über die Entscheidung der Stadt, die Bahnhofsviertelnacht vom August in den November zu verlegen. Tilo Krauter sagte, er habe diesen Termin selbst für einen Witz gehalten.

Die Veranstaltung sei im vergangenen Jahr aus dem Ruder gelaufen, sagte Wolfgang Kreickmann (CDU). Daher habe die Stadt die Sicherheit nicht mehr garantieren können.

Andreas Laeuen (Grüne) berichtete, in der Werkstatt Bahnhofsviertel sei lange diskutiert worden, ob das Stadtteilfest überhaupt noch stattfinden sollte. Das Presse- und Informationsamt sei mit der Organisation überfordert gewesen, Polizei und Ordnungsamt hätten Bedenken geäußert, es hätten nach dem Fest zu viele Scherben auf der Straße gelegen und es sei organisatorisch nicht möglich gewesen, die Geschäftsleute des Viertels an den Kosten für die Reinigung zu beteiligen. „Das Fest war toll, aber es ist der Stadt über den Kopf gewachsen“, sagte Laeuen. Die Verlegung auf den November sei ein Versuch, das Fest zu retten. „Ich sehe keine andere Alternative.“

Die FDP sah das anders. Stephan Korte kritisierte den Willen der Stadt, eine erfolgreiche Veranstaltung absichtlich unattraktiver zu machen, damit sie weniger erfolgreich wird. Auch Katharina Schreiner sah in der Verlegung des Termins nicht den richtigen Weg und forderte, für mehr Sicherheit zu sorgen. Schließlich sprach sich auch Ortsvorsteher Strank dafür aus, das Fest im Sommer stattfinden zu lassen.

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