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Frankfurt Art Bar Wohnheim statt Künstlerkneipe

Die Frankfurt Art Bar muss ihr angestammtes Domizil am Sachsenhäuser Ziegelhüttenweg aufbauen. Was viele Fans der Bar traurig stimmt, könnte aber ein Segen für die Studenten der Stadt sein, die unter Wohnungsnot leiden. Der Käufer des Areals will dort Studentenapartments bauen.

Das Mikro braucht einen neuen Platz. Foto: peter-juelich.com

Die Frankfurt Art Bar muss ihr angestammtes Domizil am Sachsenhäuser Ziegelhüttenweg aufbauen. Was viele Fans der Bar traurig stimmt, könnte aber ein Segen für die Studenten der Stadt sein, die unter Wohnungsnot leiden. Der Käufer des Areals will dort Studentenapartments bauen.

Am Ziegelhüttenweg wird möglicherweise ein Wohnheim mit Studentenapartments gebaut. Vjeku Vukovic von der Immobiliengruppe Frankfurt bestätigte am Montag, dass die Immobiliengruppe die Bestandsgebäude gekauft und entsprechende Pläne ausgearbeitet habe. Der Plan sieht nach Angaben von Vukovic eine Wohnanlage mit einer Gesamtwohnfläche von 4000 Quadratmetern vor. Allerdings, so Vukovic, werde man das Projekt an einen anderen Bauträger weitergeben. „Studentenwohnheime sind eigentlich nicht unser Metier“, sagte Vukovic. Daher sei es auch nicht hundertprozentig sicher, dass wirklich ein Studentenwohnheim gebaut werde.

Auch das Stadtplanungsamt bestätigt die Baupläne. Amtssprecher Mark Gellert sagte, ein Bauvorbescheid für ein Studentenwohnheim mit 48 Apartments und ebensovielen Tiefgaragenplätzen sei abgesegnet worden. Damit ist die Planung des Neubaus grundsätzlich genehmigt. Der positive Bauvorbescheid gilt allerdings nur für das Studentenwohnheim, wie Gellert betonte. Ein anderes Projekt müsste neu genehmigt werden.

Förderung unklar

Ob das millionenschwere Bauvorhaben von der Stadt gefördert wird, konnte der Sprecher des Planungsamts nicht beantworten. Gefördert oder nicht: Die Mieten der Apartments werden für Studenten vergleichsweise hoch sein, vermutet Gellert. „Wir freuen uns trotzdem darüber“, so der Planungsamtssprecher. Auch teure Wohnheimplätze entlasteten die Wohnheime des Studentenwerks. Sicher ist: Die bisherigen Mieter am Ziegelhüttenweg müssen bis Ende Februar raus. Die Künstlerin Dominique Chapuis hat ihr Atelier direkt neben der Frankfurt Art Bar.

Häufig seien Gäste zu ihr ins Atelier gekommen, sagt sie. „Diesen Kontakt zum Publikum werde ich woanders nicht mehr haben“, ist sie sich sicher. Auch Steve Valk bedauert die Schließung der Art Bar. Der ehemalige Chefdramaturg des Frankfurter Balletts wohnt über dem Schankraum. „Die Bar ist ein wichtiger Ort für die Musikszene und ein Nährboden für Kreative“, sagt Valk. Beim Abriss der Bar geht auch ein Kunstwerk verloren: Einige Wände wurden von der Frankfurter Künstlerin Birgit Ziegert gestaltet, deren Werke schon in der Schirn zu sehen waren.

"Wir kommen mit"

Dennoch sperren sich die jetzigen Mieter nicht gegen den Abriss. „Niemand kann gegen den Bau eines Studentenwohnheim sein“, sagt Valk. Die Mieter hätten sich nur mehr Beteiligung bei Entscheidungen gewünscht. Ein Treffen mit dem Investor war nicht zustande gekommen. Trotz aller Unsicherheit: Die Stammkunden der Art Bar haben der Wirtin Janice Young ihre Treue zugesichert. „Alle haben gesagt: Egal wohin du gehst, wir kommen mit“, berichtet sie.

Die Frankfurt Art Bar sucht neue Räume. Die Location muss für Live-Musik geeignet sein, sollte mindestens 200 Quadratmeter groß sein und eine Küche haben. Ein Plus wären Sitzplätze im Freien. Vermieter können unter www.frankfurtartbar.de Kontakt mit Janice Young aufnehmen.

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