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Frankfurt Aggressive Jugendliche im Günthersburgpark

Bürger fühlen sich im Park nicht sicher und berichten von gewalttätigen Übergriffen. Der Polizei jedoch sind keine Vorfälle bekannt.

Günthersburgpark Frankfurt
Gibt es gewalttätige Übergriffe im Frankfurter Günthersburgpark? Zumindest die Menschen im Bild sind ausgesprochen friedlich. Foto: imago

André N. war zum Kicken in den Günthersburgpark gekommen. Sein achtjähriger Sohn bolzte im sogenannten Käfig am Spielplatz, bis Jugendliche seinen Ball weggeschossen hätten. Um seinen Sohn zu unterstützen, gesellte sich André N. zu ihm. Doch die Jugendlichen hätten sich von dem Erwachsenen nicht beeindrucken lassen. „Immer wieder haben sie unseren Ball weggekickt“ – bis es André N. zu bunt wurde: „Da habe ich auch deren Ball weggeschossen.“ Dann sei die Situation eskaliert. Die Jugendlichen hätte ihn angegriffen, „einer hat mich gewürgt“.

Seine Begegnung schilderte André N. am Dienstagabend im Ortsbeirat 4. Und dort waren nicht alle überrascht. Er könne bestätigen, dass es im Günthersburgpark nicht nur friedlich zugehe, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Bodo Pfaff-Greiffenhagen. Erst im März sei seine Tochter abends an den Wasserspielen angegriffen worden. Jugendliche seien mit abgeschlagenen Flaschen auf sie losgegangen. Hätten seiner Tochter gedroht, ihr die Reifen ihres Fahrrads aufzuschlitzen.

Dass es im Günthersburgpark wiederholt zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein soll, verwundert dagegen den stellvertretenden Leiter des sechsten Reviers. Der Polizei seien „keinerlei Tendenzen“ bekannt, sagte Harald Lerch auf Nachfrage. Dass es in der Grünfläche immer wieder einmal Vorfälle gebe, sei bei der Größe der Anlage „zwangsläufig“. Auch dass dort getrunken und gekifft werde, sei nichts Ungewöhnliches, „das ist in allen Parks so“. Im Günthersburgpark gebe es auch keine Rauschgiftszene, sagte Lerch. „Dafür haben wir keinerlei Anhaltspunkte.“

Anfrage an die Polizei

Der für das Nordend, in dem der Park liegt, zuständige Ortsbeirat 3 hatte vor Kurzem eine entsprechende Anfrage an die Polizei gerichtet. Dass es in der Grünanlage aggressive Jugendliche geben soll, war der Vorsteherin des Dreiers, Karin Guder (Grüne), bislang nicht bekannt. „Bei uns hat sich noch niemand gemeldet.“ Die Berichte aus dem benachbarten Ortsbeirat hätten sie entsetzt. Träfen sie zu, müsse die Polizei unbedingt tätig werden, so Guder: „Man muss sich im Park sicher fühlen können!“

Derzeit ist das nicht der Fall. Sozialbezirksvorsteher Heinz Jürgen Oslislok sagte in der Sitzung am Dienstag, dass er die nordöstliche Ecke der Parkerweiterung schon lange meide. Dort säßen regelmäßig Personen, die dort Alkohol tränken. Dass sie auch dealen, davon ist Oslislok überzeugt. André N. möchte seinen Sohn derzeit nicht mehr alleine in den Park gehen lassen. Er habe Anzeige wegen Körperverletzung gegen unbekannt gestellt. Allerdings sei er auch von einem der Jugendlichen, einem 14-Jährigen, angezeigt worden.

Die beiden Ortsbeiräte möchten demnächst ein gemeinsames Treffen mit dem sechsten Revier und den beiden Parkwächtern vereinbaren. Dabei soll der Sicherheitsaspekt im Mittelpunkt stehen.

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