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Frankfurt 25 Jahre Begegnungen am Liebfrauenberg

Die katholische Beratungsstelle Punctum feiert Geburtstag. In Zukunft soll es mehr Aktionen auf der Straße und im Internet geben.

Punctum
Gläserner Raum für Gespräche, günstigen Kuchen und Ausstellungen: das kleine Café der Begegnungsstätte Punctum. Foto: Rolf Oeser

Geburtstage sind ein Grund zu feiern und in Erinnerungen zu schwelgen. Stefan Hoffmann blickt lieber in die Zukunft: „Wir müssen raus zu den Menschen, auf die Straßen und in die Fußgängerzonen.“ Hoffmann ist Leiter von Punctum, einer Einrichtung der katholischen Kirche. Seit 25 Jahren ist das Glashaus in der Fußgängerzone am Liebfrauenberg ein Ort der Begegnung. Nun feiert Punctum Geburtstag.

„Menschen suchen kirchliche und religiöse Angebote, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend“, sagt Hoffmann. Gemeinsam mit zwei theologischen Mitarbeitern kümmert er sich um diese Bedürfnisse. „Es ist immer jemand da, mit dem die Besucher sprechen können oder der einfach mal zuhört“, sagt er. Menschen könnten in ihrer Mittagspause kommen oder auf dem Weg zum Einkaufen. „Wir wollen offen für alles sein“, sagt Hoffmann, „für Gespräche, Begegnungen und Informationen“.

Für manchen ist der Weg zu Punctum ein Weg zurück in den Schoß der Kirche. Im Zuge kirchlicher und gesellschaftlicher Veränderungen gewinnen Häuser wie dieses an Bedeutung. „Wir betreuen immer wieder Menschen, die einst aus der Kirche ausgetreten sind und nun zu ihrem Glauben zurückfinden“, berichtet Hoffmann.

Die meisten Menschen kämen aber nicht wegen theologischer Probleme. „Psychische und materielle Sorgen überwiegen“, sagt der Leiter. In einer Stadt wie Frankfurt spiele Einsamkeit eine große Rolle, „oder einfach die Sorge, ob das Geld am Ende des Monats reicht“. Besonders beliebt bei Besuchern sei deswegen das Café, erzählt Hoffmann: „Das ist so klein, dass den Menschen dort nichts anderes übrig bleibt, als mit dem Tischnachbarn ins Gespräch zu kommen.“ Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen betreuen das kleine Café. „Ein Stück Kuchen hier ist günstig, die Getränke sind fair gehandelt und nachhaltig produziert.“

Gegründet wurde das Projekt 1992 mit einem klaren Auftrag: „Die katholische Kirche sollte in der Großstadt Frankfurt unmittelbar erreichbar sein“, erklärt Hoffmann. 2014 wurde die Einrichtung umgestaltet: Aus „i-Punkt Katholischer Kirchenladen“ wurde Punctum. „Mit dem alten Namen sind auch viele altmodische Plakate von unseren Wänden verschwunden.“ Die Wände wurden in freundlichen Farben gestrichen, Computer ausgetauscht, das Café um einige Sitzplätze erweitert. „Alles sollte offener, freundlicher werden“, erzählt der Punctum-Leiter.

Stefan Hoffmann ist seit knapp zwei Jahren Chef der katholischen Einrichtung. In den nächsten Jahren will er Punctum zu einem kulturellen Zentrum entwickeln, mit Lesungen und Workshops. „Wir müssen dort präsent sein, wo die Menschen sind“, sagt er. Erreichen will er das mit Aktionen auf der Straße: „Wir haben zum Beispiel zu Erntedank Äpfel verteilt oder im Advent den Nikolaus auf den Weihnachtsmann treffen lassen.“

Doch die katholische Begegnungsstätte soll nicht nur auf der Straße wirken. Auch im Internet soll Punctum ein Treffpunkt für Zweifler und Fragende werden. „Bislang sind wir dort schlecht aufgestellt“, räumt Hoffmann ein, ist aber zuversichtlich: „Wir haben eine FSJ-Stelle genehmigt bekommen.“ Womöglich kümmere sich bald ein junger Mensch um den Internetauftritt des Zentrums.

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