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FR Stadtgespräch: IGS Nordend Sodexo bittet trotz massiver Proteste um Chance

Beim FR-Stadtgespräch zum geplanten Catererwechsel beim IGS Nordend gibt es massive Proteste gegen die Pläne in Frankfurt.

FR-Stadtgespräch
Uwe Gehrmann (IGS Nordend), Dieter Gitzen (Sodexo), Bärbel Praetorius (Ernährungsrat), Bildungsdezernentin Sylvia Weber, Moderator Peter Hanack, Stadtschulsprecher Kevin Saukel (v. l.). Foto: Michael Schick

Trotz Protesten will der Großcaterer Sodexo nach den Sommerferien die Essensversorgung an der IGS Nordend in Frankfurt übernehmen. „Wir bitten die Schule, uns eine Chance zu geben“, sagte Geschäftsführer Dieter Gitzen am Mittwochabend beim Stadtgespräch der Frankfurter Rundschau. Sollten viele Eltern ihre Ankündigung umsetzen und ihre Kinder bei einem Catererwechsel von der Essensversorgung abmelden, „wäre das schwierig für uns“, räumte er ein.

Vor allem Schüler, Eltern und Lehrer aus der IGS Nordend waren zum FR-Stadtgespräch zum Thema Schulessen ins Haus am Dom gekommen. Sodexo hatte sich bei der Ausschreibung gegen den bisherigen Mensabetreiber, die Cantina Buen Barrio, durchgesetzt. Die Schulgemeinde will das nicht akzeptieren und protestiert seit Wochen gegen den Wechsel des Caterers.

Gitzen bat am Mittwoch um „Fairness“. Sodexo habe viele zufriedene Kunden. An Schulen, die vom Großcaterer versorgt würden, nähmen bis zu 90 Prozent der Kinder am Mittagessen teil – viel mehr als an Schulen, die ihr Essen von anderen Anbietern beziehen. Die Speisen würden frisch zubereitet und nicht etwa aus dem Ausland angeliefert. Wenn – wie an der IGS Nordend – eine Küche in der Schule vorhanden sei, „kochen wir dort, ansonsten in der nächstgelegenen Schulküche“, sagte Gitzen. Das Team der Cantina Buen Barrio könne für Sodexo an der IGS kochen, so der Geschäftsführer: „Wir haben nicht vor, alles neu zu machen.“

Doch überzeugen konnte der Geschäftsführer das Publikum nicht. Sie bezweifle gar nicht, dass Sodexo gute Arbeit leiste, sagte eine Mutter: „Aber das Unternehmen passt nicht in unsere Schule.“ Ein Grund, die IGS Nordend für ihr Kind zu wählen, sei eben die Cantina Buen Barrio gewesen, deren Köchin auf die Wünsche der einzelnen Kinder eingehe. „Machen Sie uns das nicht kaputt“, rief eine andere Mutter dem Geschäftsführer zu. Derweil bemühte der Leiter der IGS Nordend, Uwe Gehrmann, die Fußballersprache. Die gesamte Schule habe mit der Cantina derart gute Erfahrungen gemacht, dass er nur sagen könne: „Never change a winning team.“ Seit Jahren gebe es am Essen in der Mensa keine nennenswerte Kritik, betonte er bei der von FR-Redakteur Peter Hanack moderierten Diskussion.

Derweil kündigte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) an, die Kriterien für die Ausschreibung des Schulessens zu verändern und dabei auch auf die Ratschläge des Frankfurter Ernährungsrats und des Stadtschülerrats zu setzen. Stadtschulsprecher Kevin Saukel sagte, die regelmäßigen Befragungen der Schüler zum Essen müssten in die Wahl des Catererers maßgeblich einbezogen werden: „Das Essen ist nur dann gut, wenn die Schüler es akzeptieren.“ Bärbel Praetorius vom Ernährungsrat forderte „gutes Essen vom Acker bis zum Teller“. So müssten schon der Anbau und die Verarbeitung der Lebensmittel hohe Kriterien erfüllen. Grundsätzlich gelten für sie drei Anforderungen ans Schulessen: „regional, saisonal und bio.“

Doch braucht es überhaupt Ausschreibungen fürs Schulessen? Eine Option wäre, dass die Stadt die Kinder selbst versorge und das Essen etwa in einer Stadtküche kochen lasse, sagte Weber: „Wir prüfen das.“ Die Kosten dafür wären aber höher als bei einer Zusammenarbeit mit Caterern.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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