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FR auf der Buchmesse „Die härtesten Sprüche gibt es auf Facebook“

Hasserfüllte Leser-Kommentare und obszöne Beleidigungen: Die FR-Redakteure Katja Thorwarth und Stefan Krieger stellen beim Hate-Slam Zuschriften aus dem Redaktionsalltag vor .

Medien in Frankfurt
Katja Thorwarth und Stefan Krieger. Foto: peter-juelich.com

Täglich erreichen die Redaktion der FR beleidigende, hasserfüllte, manchmal aber auch (unfreiwillig) komische Zuschriften. Zusammen mit Redakteuren von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Neuen Presse“ stellen Katja Thorwarth und Stefan Krieger aus der Onlineredaktion der FR diese Beiträge bei Hate-Slams dem Publikum vor. Im November treten sie in Frankfurt und Hanau auf.

Hallo Katja, hallo Stefan, ihr seid ja bekanntlich links-grün versiffte Spinner …
Krieger: Moment!
Thorwarth: Links und grün, das schließt sich aus. Das haben ja sogar unsere Hater kapiert.

Also werdet ihr jetzt nur noch als links versiffte Spinner bezeichnet?
Krieger: Ja. Oder als links-homophile Schwanzlutscher. Das geht natürlich auch.

Das hört sich außerordentlich niveauvoll an.
Thorwarth: Nach Niveau darfst du bei einem Hate-Slam nicht fragen.
Krieger: Eben. Wir tragen bösartige, hasserfüllte oder auch wahnsinnige Leserbriefe vor. Da muss man auch so etwas abkönnen.

Wie gelangen diese Zuschriften eigentlich in der Regel zu uns? Reden wir hier von klassischen Leserbriefen?
Thorwarth: Auch. Aber die härtesten Sprüche tauchen auf Facebook auf. Da kennen die Leute oft überhaupt kein Halten mehr.

Was ist mit den Kommentaren unter den Texten auf unserer Onlineseite?
Krieger: Da versuchen auch immer wieder Leute, die Autoren der Artikel oder generell andersdenkende Menschen zu beschimpfen. Das klappt aber nicht. Wir schalten nämlich keinen Kommentar ungelesen frei. Und Beleidigungen werden nicht veröffentlicht.
Thorwarth: Was uns von den Hatern natürlich den Vorwurf der Zensur einbringt.
Krieger: Die nennen das Zensur, wir nennen es Hausrecht.

Bei welchen Themen gibt es die hasserfülltesten Kommentare?
Thorwarth: Zu meinungsstarken Texten über die AfD oder die Identitären bekommen wir fast immer entsprechende Zuschriften.
Krieger: Regelmäßig gibt es Pöbeleien zu Katjas Kolumne in der FR, in der es oft um Rechtsextremismus geht.

Was erwartet denn die Besucher des Hate-Slams?
Krieger: Wir teilen das Programm. Erst Zuschriften von völlig Verwirrten, dann von politisch motivierten Pöblern.
Thorwarth: Es wird auf alle Fälle etwas zu lachen geben.
Krieger: Wobei es auch Zuschriften gibt, über die man sich nicht lustig machen kann. Da bleibt einem das Lachen nämlich im Halse stecken.
Thorwarth: Wir hatten mal einen Kommentar, der war in Wahrheit ein Aufsatz über das deutsche Volk, über sein Wesen und sein Verhältnis zu anderen Völkern. Der war so ätzend, den konnte ich noch nicht einmal zu Ende vorlesen. Daran ist dann auch nichts mehr komisch.

Dann gebt uns zum Abschluss aber noch einen Spoiler …
Krieger: Okay, es folgt die Sicht eines Lesers aufs Internet …
Thorwarth: Das Internet ist übrigens nicht dafür da, um sich über andere lustig zu machen oder sie zu beleidigen! Eigentlich ist es für Pornos gedacht.

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