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Förderung für Hauptschüler Dem Nachwuchs den Weg weisen

Kompetenzen erfassen, die Berufswünsche Jugendlicher in eine realistische Richtung lenken und Ausbildungsplätze vermitteln: Das sind die nicht geringen Ziele des Frankfurter Hauptschulprojekts.

23.02.2011 21:23
Tatjana Müller
Ziel ist, zu motivieren und Spaß am Lernen zu fördern. Foto: dapd

Es wird von Kerstin Ewers und der Geschäftsführerin der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung, Petra Lölkes, geleitet. Seit fünf Jahren unterstützt das aus Hamburg übernommene Projekt in Kooperation mit mittlerweile 20 Unternehmen aus verschiedenen Branchen Hauptschüler dabei, Berufsperspektiven zu finden. In den Abgangsklassen werden in Gesprächen Zukunftsvorstellungen der Schüler erörtert, eingeschätzt und Kontakte für die weitere Zusammenarbeit geknüpft. Die Betriebe üben mit den Schülern Bewerbungsgespräche oder nehmen Praktikanten in den Ferien auf.

Dass dieses Konzept greift, zeigt die Halbierung der Zahl von Schulabbrechern seit Beginn des Projekts. Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) nennt gesellschaftliche Verantwortung und soziales Engagement der Unternehmen als Gründe, am Projekt teilzunehmen. Auch Stefan Ehinger, Geschäftsführer des Partnerbetriebes Elektro Ehinger, sagt: „Wer die Jugend voranbringt, bringt auch die Gesellschaft voran.“ Derzeit werden pro Jahr drei bis vier Auszubildende durch das Projekt bei Elektro Ehinger aufgenommen – und die Zahl soll in Zukunft noch steigen. Bei der Wahl seiner Auszubildenden sei nicht nur deren Abschluss entscheidend, sagt Ehinger, sondern vor allem die Motivation und das Interesse der Jugendlichen.

Mut und Spaß

Der erhebliche Fachkräftemangel und der demografische Wandel in Deutschland sind Gründe, die Ausbildungschancen für Hauptschüler gezielt zu verbessern. „Unternehmen kommen nicht daran vorbei, geeignete Auszubildende auch unter geringer qualifizierten Schulabgängern zu suchen“, sagt Friedrich Avenarius, Geschäftsführer der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände.

Brigitte Scheuerle, Chefin der Aus- und Weiterbildung an der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, definiert als Ziel, Jugendlichen Mut und Motivation zu geben und gleichzeitig ihren Spaß am Lernen zu fördern. Da es notwendig sei, lebenslang zu lernen, sei es wichtig, früh gegen Frust beim Lernen anzuarbeiten.

Alle Beteiligten hoffen, das Projekt auch auf die Realschulen ausweiten zu können. Auf jeden Fall aber wollen sie es stetig weiterführen und „kein Kind zurücklassen“.

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