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Fluglärm Wohngebiete in Kurven umfliegen

Das neue Navigationssystem GBAS am Flughafen ist in Betrieb. Die Ausrüstung der Flugzeuge erfordert jedoch weitere Investitionen in Millionenhöhe. Mit GBAS werden Chancen für eine Entlastung der Menschen eröffnet, die von Fluglärm besonders stark betroffen sind.

Zukünftig weniger Fluglärm durch GBAS. Foto: dpa

Die Deutsche Flugsicherung hat ein neues Anflugsystem in Betrieb genommen, das Lärm mindern soll. Mit GBAS (Ground Based Augmentation System / bodenbasiertes System zur Verbesserung der Navigation) ist es möglich, Wohngebiete zu umfliegen. Das System kann bis zu 49 Flüge gleichzeitig steuern, auch auf neuen Routen und auf Kurven. Ein Anflugwinkel von 3,2 Grad wie auf der Nordwestlandebahn statt 3 Grad ist möglich. Der Frankfurter Flughafen ist der erste, der das satellitengestützte Anflugsystem unterstützt. Fraport, Lufthansa und die Deutsche Flugsicherung hoffen, dass sich das System verbreitet und das Instrumentenlandesystem (ILS) ablöst. Mit GBAS würden Chancen für eine Entlastung der Menschen eröffnet, die von Fluglärm besonders stark betroffen sind, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Nun seien die Fluggesellschaften gefordert, ihre Flotten mit den entsprechenden Empfängern auszurüsten.

„Ein neues Zeitalter der Flugnavigation“

Die neue Technologie sei bislang in rund dreißig Lufthansa-Flugzeugen vom Typ Airbus A 380 und Boeing 747-8 einsetzbar, erläuterte Lufthansa-Vorstand Kay Kratky. Zusätzlich werde die Airbus-A 320-Flotte mit Wirbelgeneratoren für den aktiven Schallschutz ausgerüstet. Mit dem neuen Anflugsystem werde eine Forderung der Allianz für Lärmschutz umgesetzt, hob der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte hervor. Von einem „neuen Zeitalter der Flugnavigation“, sprach der DFS-Geschäftsführer Robert Schickling.

Die Kosten für den Aufbau und die Nutzung der Bodenstation belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Die Ausrüstung der Flugzeuge erfordert weitere Investitionen in Millionenhöhe. Die Satellitennavigation auf Basis des Global Positioning System (GPS) ist auf etwa zehn Metern genau. Das kann die GBAS-Bodenstation noch steigern. Die von Satelliten gesendeten Signale werden von der GBAS-Anlage empfangen, mit der eigenen Position verglichen und als Signal zusammen mit den Anflugkoordinaten an die landenden Flugzeuge geschickt. Auf diese Weise bestimmt das anfliegende Flugzeug die eigene Position exakter.

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