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Fluglärm Sachsenhausen Bürger wehren sich gegen Lärm

Eine Initiative benennt den Landwehrweg in Sachsenhausen bei einem Fest unter der Einflugschneise um - in "Lärmwehrweg".

Felix Rolf enthüllt das Schild, mit dem der Landwehrweg in Sachsenhausen zum Lärmwehrweg wird. Foto: Andreas Arnold

Menschen brauchen Abwehr, Gegenwehr und Notwehr gegen schädliche Angriffe“, sagt Pfarrerin Silke Alves-Christe von der Sachsenhäuser Dreikönigsgemeinde. Menschen bräuchten außerdem Grenzen, die sie schützen. Deshalb sei der neue Name des Sachsenhäuser Landwehrwegs genau das richtige, um dem „Nachbarn“ Fraport zu zeigen, dass er die Grenzen des Erträglichen überschritten habe.

Alves-Christe leitete am Sonntag beim Straßenfest der Bürgerinitiative Sachsenhausen mit ihrer Rede die Enthüllung des neuen Namens der Straße ein. Aus dem Landwehrweg wurde nun der „Lärmwehrweg“. Früher habe die Straße mit dem „kriegerischen Namen“ dazu gedient, die Bewohner des Stadtteils vor Feinden, die über den Landweg kamen, zu schützen, heute drohe die Gefahr jedoch von oben, so die Pfarrerin weiter.

Friedhof kein Ort des Friedens mehr

„Selbst der Friedhof ist kein Ort des Friedens mehr“ klagte die Pfarrerin an. Am Sonntag war ein großes Banner an der äußeren Mauer des Südfriedhofs befestigt, das ab heute an der Darmstädter Landstraße hängen und die Autofahrer und Passanten auf der großen Straße auf die Belastung durch Fluglärm aufmerksam machen soll. Ursula Fechter, Sprecherin der BI Sachsenhausen dankte der Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) für ihre Engagement, das erst möglich gemacht habe, das Banner für so viele Menschen sichtbar aufzuhängen.

Auch wenn der neue Straßenname nicht lange auf dem Schild kleben bleiben wird, der Eindruck des Lärms, den die Besucher des „Lärmwehrweges“ am Sonntag bekamen, hält sicherlich länger vor.

Das Fest unter der Einflugschneise am Sachsenhäuser Berg war bei bestem Wetter gut besucht. Nicht nur Sachsenhäuser, auch ihre Mitstreiter aus anderen betroffenen Stadtteilen wie Niederrad waren zur Unterstützung gekommen. Neben der Enthüllung des Straßenschildes bildeten die Besucher des Festes einen großen „Stop“-Schriftzug vor der Bergkirche und hielten „Stop Fluglärm“-Schilder hoch.

Dosenwerfen mit Bouffier

Der Frankfurter Autor Andreas Maier las aus seinen Kolumnen und auch die Kleinsten konnten ihren Protest zum Ausdruck bringen: Ein Kinderchor sang zur Eröffnung des Festes auf die Melodie von „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ die Zeilen „Wer hat denn das gebaut, das ist doch zu laut – die neue Landebahn muss weg“. Neben einem Bobbycar-Parcour und einem Basketball-Feld hatten die Organisatoren auch einen Stand zum Dosenwerfen für die Kinder aufgebaut.

Der Dosenturm, den es mit Tennisbällen einzuwerfen galt, war beklebt mit den Gesichtern derer Politiker, die die Aktivisten und Betroffenen für den Fluglärm verantwortlich machen: Die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Parteifreund, der hessische Innenminister Boris Rhein. Ganz oben jedoch stand eine Dose, auf der war wohl der ärgste „Feind“ der BI zu sehen: Fraport-Chef Stefan Schulte.

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