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Fluglärm Messstation auf dem Lerchesberg

Auch über dem Frankfurter Lerchesberg hat der Fluglärm zugenommen, seit die neue Landebahn am Flughafen in Betrieb ist. Unter der Einflugschneise wird jetzt nach Schadstoffen geforscht. Die Anwohner sind von einer Zunahme der Belastung überzeugt.

Fluglärmprotest vor einem Wohnhaus auf dem Lerchesberg. Foto: dapd

Begleitet von Protesten der Fluglärmgegner hat Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich am Mittwoch eine Messstelle für Luftschadstoffe auf dem Frankfurter Lerchesberg in Betrieb genommen. Während sich die Ministerin vom Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Thomas Schmid, die begehbare Station erläutern ließ, ertönte draußen unüberhörbar: „Die Bahn muss weg, die Bahn muss weg.“ Flughafenausbau-Gegner Knut Dörfel von der Bürgerinitiative Sachsenhausen ist wie viele andere Fluglärmgegner davon überzeugt, dass die Schadstoffbelastung durch die Flugzeuge, die den Lerchesberg auf ihrem Weg zur neuen Landebahn überfliegen, zugenommen hat.

Für Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) gibt es dagegen keinen Ausgangsverdacht. Sie geht davon aus, dass ähnliche Werte wie in Raunheim gemessen werden. Dort steht seit 1976 eine Messstation. Eine erhöhte Schadstoffbelastung gebe es in Raunheim den Messungen zufolge nicht. Dennoch nehme sie die Befürchtungen der Anwohner ernst, betonte Puttrich. Sie könne verstehen, dass die Leute glaubten, dass – wenn es mehr Lärm gäbe – auch die Schadstoffe zunähmen.

Mit der Messstelle in der Kleingartenanlage der Rosisten auf dem Lerchesberg soll nun, wie der Leiter des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, Günter Lanz, erklärte, Transparenz hergestellt werden. Ein Jahr lang werden verschiedene Schadstoffe regelmäßig gemessen und die Ergebnisse zeitnah ins Internet gestellt. Dieses Jahr wird mindestens benötigt, um zu einem wissenschaftlich seriösen Ergebnis zu kommen. Danach wird die Station, die etwa so groß wie eine kleine Garage ist, in Flörsheim stationiert. Ausgestattet ist die Anlage mit viel Hightech. Zusätzlich zu den Schadstoffen, die an allen anderen 33 hessischen Messstationen aufgezeichnet werden, wird nach Stoffen gesucht, die auf unverbranntes Kerosin hinweisen.

Die Anlage, deren Wert mit rund 200.000 Euro beziffert wurde, wird aus dem Etat des Umwelt- und Nachbarschaftshauses bezahlt. Die Kosten für den Betrieb übernimmt das Land. Lanz wies darauf hin, dass die Fluglärm-Station von Flughafenbetreiber Fraport nur 20 Meter entfernt sei, so dass die Daten beider Anlagen in Beziehung gesetzt werden könnten.

Werner Ahlers, der Obmann der Rosisten, ist jedenfalls gespannt, „was von oben runterkommt“. Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) hatte bereits im Dezember 2011 eine Messstation gefordert. Bis zum Jahr 2020 würden sich die Schadstoffemissionen durch den Flugverkehr zum Teil verdoppeln. Mit der Station kann nun festgestellt werden, wie viele Schadstoffe tatsächlich am Boden ankommen.

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