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Fluglärm Anwohner will Bouffier und Roth beschallen

Ein geplagter Anwohner will mit Lautsprechern vor Privathäuser von hochrangigen Politikern ziehen. Damit will er auf den Fluglärm aufmerksam machen.

02.05.2012 22:26
Brendan Berk
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier soll neben anderen Politikern mit Fluglärm beschallt werden. Foto: dpa

Johannes Faupel will den Fluglärm zu denen zurückbringen, die ihn seiner Meinung nach zu verantworten haben. Der 46-jährige Sachsenhäuser plant, die Privatdomizile des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU), der scheidenden Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sowie anderer hochrangiger Politiker mit einem Lautsprecherwagen zu beschallen. Mit der Aktion wolle er auf den „Notstand“ im Frankfurter Süden hinweisen, der seit Eröffnung der neuen Landebahn dort herrsche. „Ein Wegzug aus meiner Wohnung, wie ihn mir Petra Roth vorgeschlagen hat, kommt für mich nicht in Frage. Stattdessen bringe ich das in einer Demokratie übliche Verursacherprinzip zur Anwendung“, erläutert der Werbetexter und Fachjournalist.

Damit auch die Nachbarn der Politiker wissen, was auf sie zukommt, hat Faupel vor einigen Tagen Flugblätter in den Wohngegenden von Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) in Eschborn beziehungsweise Petra Roth im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach verteilt, auf denen er seine Aktion ankündigt und sich für den zu erwartenden Lärm entschuldigt: Er wolle die Anwohner nicht verärgern oder provozieren, der Protest richte sich ausdrücklich an die Adresse der verantwortlichen Politiker.

Krach soll "live" übertragen werden

Die Reaktionen der Anwohner seien fast ausschließlich positiv gewesen, berichtet Faupel. Auch habe er bereits jede Menge Emails von Menschen bekommen, die bei der Aktion mitmachen wollen.

Für sein Vorhaben brauche er nur wenige Helfer, erklärt Faupel. Der Fluglärm werde „live“ aufgenommen und per Funk zum Lautsprecherwagen übertragen.

Wann er zuschlägt, hält der Fluglärmgegner geheim. Zunächst wolle er weitere Flugblätter verteilen. Sein Ziel sei die Stilllegung der neuen Landebahn: „Alles andere ist Kosmetik.“

Es ist nicht das erste Mal, das Faupel mit einer Aktion für Aufmerksamkeit sorgt. Während des Oberbürgermeisterwahlkampfs hatte er den CDU-Kandidaten Boris Rhein zum Grillen nach Sachsenhausen eingeladen.

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