Lade Inhalte...

Flughafen Frankfurt Stadt will Ultrafeinstaub messen

Die Stabsstelle Fluglärm macht die Schadstoffe durch den Luftverkehr zum Thema. Sie will ein eigenes Messsystem aufbauen, um den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Luftverkehr nachweisen zu können.

Flugzeuge machen nicht nur Lärm. sie stoßen auch Schadstoffe aus. Foto: dpa

Flugzeuge machen nicht nur Lärm, sie stoßen auch Schadstoffe aus. Bislang hieß es, die Luft unter den Ein- und Abflugrouten sei nicht stärker belastet als anderswo – bis die Flughafenausbaugegner kurzentschlossen selbst anfingen zu messen, wie Dietrich Elsner als Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI) am Donnerstag bestätigte. Im Mittelpunkt standen die ultrakleinen Feinstaubpartikel, die als gesundheitsschädigend eingestuft werden. Tatsächlich stellten die Ausbaugegner fest, dass in Raunheim und in Mainz-Hechtsheim bei Windstille die Belastung durch Ultrafeinstaub um das Acht- bis Neunfache zunahm.

Handlungsbedarf beim Thema Ultrafeinstaub sieht auch die Leiterin der Stabsstelle Fluglärm, Ursula Fechter. Die Stabsstelle, die direkt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) unterstellt ist und Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger mit Themen rund um den Frankfurter Flughafen sein will, plant, ein eigenes Messsystem aufzubauen, um den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Luftverkehr nachweisen zu können. 100 000 Euro wurden dafür im Haushalt 2017 festgeschrieben, erklärte Fechter im Gespräch mit der FR. Wann und wo das Kernstück und die gegebenenfalls zu installierenden ergänzenden Messstationen stehen werden, müsse im nächsten Jahr entschieden werden.

Fechter kann sich sowohl Sachsenhausen-Süd als auch Oberrad als zentralen Standort vorstellen. Für den Sommer ist eine Veranstaltung zum Thema Schadstoffe vorgesehen – auch die Belastung durch Stickoxide dürfe nicht vergessen werden, mahnte Fechter. Das Thema Fluglärm wird aber gewiss nicht in Vergessenheit geraten: Am Donnerstag, 2. Februar, wird die Stabsstelle zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Lärmobergrenzen in das Haus am Dom einladen.

Auf die Bedeutung der Windrichtung hat inzwischen auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hingewiesen. Wie Dezernatsleiter Stefan Jacobi bei einer Sitzung der Frankfurter Fluglärmkommission außerdem ausführte, hätten Messungen in Raunheim einen Mittelwert von 16 000 ultrafeinen Partikeln pro Kubikzentimeter ergeben. Diese Konzentration habe damit etwa um 30 Prozent höher als in Langen gelegen.

Dort steht nach Angaben von Wolfgang Schwämmlein ebenfalls eine Messstation für Ultrafeinstäube. Schwämmlein ist Partikelexperte und der Ideengeber für die städtische Messinitiative. Er arbeitet auch in der Arbeitsgruppe Ultrafeinstaub des Bündnisses der Bürgerinitiativen mit. Nach seiner Einschätzung sind die beiden Messstationen in Langen und Raunheim „viel zu wenig“ – zumal die in Langen dokumentierten Werte „ziemlich witzlos“ seien. Wenn, wie im Raum Frankfurt häufig üblich, der Wind aus Südwesten weht, liege Langen im Windschatten.

Außerdem fordert Schwämmlein, nicht die Mittelwerte aufzuzeichnen, sondern alle fünf Sekunden zu messen, um einen Zusammenhang zwischen den Flugzeugen als Verursacher und der Feinstaubbelastung herstellen zu können.

Die Optimierung der Flugzeugtriebwerke habe dazu geführt, dass die früher im Abgasstrom deutlich erkennbaren Rußpartikel immer kleiner und damit unsichtbar geworden seien, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses der Bürgerinitiativen. Täglich werde im Umfeld des Frankfurter Flughafens mehr als eine Million Liter Kerosin verbrannt. Diese Umweltbelastung bleibe nicht ohne Auswirkungen auf die Lebensqualität. Es sei höchste Zeit, diese Belastungen zu untersuchen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum