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Flughafen Frankfurt Per Pedale zum Job

Bis der Frankfurter Flughafen mit dem Rad richtig gut erreichbar ist, dauert es noch.

Frankfurt Flughafen
Für Radfahrer umständlich zu überqueren: die Kapitän-Lehmann-Straße am Terminal 2. Foto: Andreas Arnold

Der Frankfurter Flughafen ist prima angebunden für die Bediensteten. Mit dem Auto, dem Flieger, der Bahn. Und mit dem Fahrrad? „Bisher ist noch nicht viel zu spüren vom fahrradfreundlichen Flughafen“, steht im ersten Bericht eines Arbeitskreises unter Leitung des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main. Die Betonung liegt auf bisher.

Drei Jahre lang haben sich die Planer rund um Georgios Kontos vom Regionalverband mit der Radanbindung an den größten Arbeitgeber in der Region beschäftigt. Vertreter der umliegenden Kommunen waren dabei, der Flughafenbetreiber Fraport, die hessische Straßenbehörde Hessen Mobil. Herausgekommen ist ein erster Bericht, dem ein zweiter folgen soll, in drei Jahren. „Das Thema ist sehr komplex“, sagt Georgios Kontos.

Im Grunde gibt es fünf Zugänge zum Flughafen – Unterschweinstiegekreisel, Gate Zeppelinheim, Tor 31, Airportring West, Kelsterbach. Doch bis Radfahrer zu diesen Zuwegen gelangen, müssen sie einige Hürden nehmen. Mal sind Radwege nicht ausgebaut, mal enden sie am Flughafenzaun oder im Gestrüpp. Dann wieder müssen sie mehrspurige Straßen queren, wo es keine Ampeln gibt, oder sich im starken Berufs- und Lieferverkehr behaupten. Sind sie in der sogenannten Airport City angekommen, fehlen Abstellplätze. Lauter Probleme.

Große Straßen als Hürden

Zum Flughafen kommen Radfahrer zwar, aber nur, „wenn sie unbedingt wollen“, sagt Bertram Giebeler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club in Frankfurt. Er ist die Strecken rund um den Airport abgefahren, hat die Problemstellen beschrieben, Lösungsvorschläge unterbreitet. Unter anderem eine Brücke über die A5. Die Autobahn ist aber nicht die einzige Hürde auf dem Weg zum Flughafen.

Um der Probleme Herr zu werden, hat der Arbeitskreis des Regionalverbands im ersten Bericht nun 15 Maßnahmen vorgeschlagen. Darüber entscheiden kann der Verband nicht, das ist Aufgabe der Parlamente in den umliegenden Kommunen. Ihnen liegt das Papier nun vor. „Sie müssten die Vorschläge in ihre Radverkehrsplanung aufnehmen“, so Kontos. Bisher sei der Flughafen, was den Radverkehr angehe, eher ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte.

Dabei biete er viel Potenzial für den Radverkehr. 90 000 Menschen sollen bis 2021 hier arbeiten, gut zehn Prozent könnten das Rad zur Arbeit nehmen – bisher sind es ein, zwei Prozent.

Hoffnungen setzt Bertram Giebeler vom ADFC in den Bau der S-Bahn-Station Gateway Gardens. Sollten dort ausreichend Stellplätze für Radfahrer entstehen, wäre der Bahnhof ein idealer Ausgangspunkt für Bike-and-Ride. Dringend umgebaut werden müsste der autogerechte Hugo-Eckener-Ring, sagt er. Und die erwähnte Fahrradbrücke über die A5 wäre ein bauliches Highlight, im Blickfeld von 250 000 Autofahrern am Tag, und damit ein klares Signal zum Radfahren am Flughafen.

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