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Flüchtlingsunterkünfte in Frankfurt Brisante Anfrage eines Neonazis

Der 40-jährige Neonazi und ehemalige NPD-ler Jörg Krebs hat eine brisante Anfrage an den Magistrat gestellt: Er möchte detailliert wissen, an welchen Orten der Stadt Flüchtlinge untergebracht werden sollen und wo genau diese aktuell leben.

Jörg Krebs (rechts) war bis zu seinem Austritt als hessischer Landesvorsitzender der NPD auf rechten Demonstrationen anzutreffen. Foto: Sascha Rheker/attenzione

Jörg Krebs ist kein besonders aktiver Stadtverordneter. Zuletzt hat der 40-jährige Neonazi, der vor kurzem aus der NPD ausgetreten ist, Anfang 2012 parlamentarische Anfragen an den Magistrat gestellt. Damals warf er beispielsweise ernsthaft die Frage auf, ob es während des Fastenmonats Ramadan „verstärkt zu aggressivem Verhalten muslimischer Schüler“ komme.

Doch nun ist Krebs offenbar über einen Text in der Frankfurter Rundschau gestolpert, in dem es darum ging, warum das Sozialdezernat nicht öffentlich über geplante Unterkünfte für Flüchtlinge spricht. Der Magistrat prüfe derzeit viele mögliche Standorte, hieß es da, drei Viertel würden aber wieder verworfen. Wenn man jeden potenziellen Standort mitteilen würde, so die Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), „gäbe es Diskussionen ohne Ende“.

Für Krebs ein Skandal: „Der Magistrat weigert sich, Standorte von Flüchtlingsunterkünften zu nennen“, polterte der Rechtsradikale am Dienstag auf Facebook – und stellte eine neue Anfrage an die Stadt dazu. Darin fragt Krebs, welche Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in Planung seien – und wo genau in Frankfurt derzeit Flüchtlinge lebten.

Völkische Gesinnung

Die Anfrage ist nicht ohne Brisanz, wenn man sich klarmacht, von wem sie kommt. Krebs macht aus seiner völkischen Gesinnung keinen Hehl, sucht die Nähe zur Neonazi-Partei „Der dritte Weg“ und zur rechten Kameradschaftsszene und teilte auf Facebook erst kürzlich ein Foto von einem NSDAP-Parteitag mit dem Slogan „Volksgemeinschaft – Unsere Hoffnung“. Und nun will Krebs in einer Zeit, in der es bundesweit Brandanschläge auf Asylunterkünfte gibt, alle Adressen von Flüchtlingen in Frankfurt erfahren. Vor einigen Tagen hatte bereits eine Neonazigruppe aus dem Kreis Groß-Gerau die groben Standorte von Unterkünften in Frankfurt getwittert.

Der Magistrat hat drei Monate Zeit, Krebs zu antworten.

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