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Flüchtlinge Stadt sucht dringend Unterkünfte

Frankfurt bringt immer noch 5200 Flüchtlinge unter und rechnet mit steigendem Familiennachzug.

Flüchtlingsunterkunft Alter Flugplatz
Die Unterkunft am Flugplatz Bonames wird geschlossen. Foto: Rolf Oeser

Auch zwei Jahre nach der massenhaften Einreise von Geflüchteten seit Herbst 2015 sucht die Stadt Frankfurt händeringend nach Unterkünften. Wie das Sozialdezernat der Frankfurter Rundschau mitteilte, leben aktuell noch rund 4800 Flüchtlinge in Unterkünften, die ihnen von der Stadt zugewiesen wurden. Dazu kommen rund 400 minderjährige Geflüchtete, die speziellen Schutz genießen und mindestens bis zur Volljährigkeit in Frankfurt bleiben dürfen. Rund 2600 der städtisch untergebrachten Flüchtlinge hätten eine sichere Bleibeperspektive, seien also asylberechtigt oder genössen subsidiären Schutz, hieß es. Daher könnten sie eigentlich sofort umziehen, wenn es ihnen gelänge, auf dem engen Mietmarkt eine Wohnung zu finden.

Wie das Sozialdezernat weiter mitteilte, weist das Land Hessen der Stadt momentan jeden Monat 40 neue Asylsuchende zu. Gleichzeitig verlassen nur etwa 30 Flüchtlinge pro Monat die städtischen Unterkünfte. Die Zahl der Menschen, die die Stadt unterbringen muss, nimmt also nicht ab, sondern sogar leicht zu. Insgesamt seien Frankfurt vom Land seit Anfang 2014 rund 6800 Asylsuchende zugewiesen worden, in diesem Jahr bislang 300. Über diese Zahlen hatte am Montag zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Einige Standorte fallen weg

Kopfzerbrechen bereitet der Stadt weiterhin das Thema Familiennachzug: Die Bundesregierung hatte 2016 beschlossen, dass Flüchtlinge, die nur subsidiären Schutz genießen, für zwei Jahre keine Familienangehörigen nach Deutschland holen dürfen. Ob diese Regelung über 2018 hinaus verlängert wird, ist derzeit Thema der Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen zur Bildung einer neuen Bundesregierung. Aus dem Sozialdezernat heißt es, aufgrund einer Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit gehe man davon aus, dass bis zu 900 zusätzliche Flüchtlinge nach Frankfurt kommen könnten, falls die Sperre aufgehoben wird.

Neue Unterkünfte braucht die Stadt unter anderem auch, weil einige bislang genutzte Standorte demnächst schließen müssen. So werde aktuell ein Wohnwagenplatz am Rebstockgelände aufgelöst, außerdem laufe die Baugenehmigung für die Containeranlage am Frankfurter Bogen aus. Auch die auf dem alten Flugplatz Bonames geschaffenen Plätze seien bis Ende 2018 befristet. Allein an diesen drei Standorten fielen in absehbarer Zeit rund 500 Unterkunftsplätze weg. Die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement prüfe weiter jede potenziell geeignete Fläche und bleibe bei ihrer Strategie, geplante Unterkünfte erst der Öffentlichkeit mitzuteilen, wenn ein neues Projekt wirklich konkrete Gestalt annehme, so das Sozialdezernat.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main

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