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Flüchtlinge Protest gegen das Sterben

Das Netzwerk „Seebrücke“ fordert Schutz für Bootsflüchtlinge. Dafür geht das Bündnis am Samstagabend auf die Straße.

Seenotrettung statt Seehofer: Parallel zu Demonstrationen in anderen deutschen Städten wie etwa Berlin, München und Hannover wollen Sympathisanten des Bündnisses „Seebrücke“ am Samstagabend in Frankfurt auf die Straße gehen. Das neue bundesweite Netzwerk, in dem sich mehr als 30 Flüchtlingsinitiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen wie etwa der Berliner Flüchtlingsrat Medico International, die Naturfreundejugend Deutschland oder die Interventionistische Linke (IL) zusammengeschlossen haben, fordert ein Ende der „Abschottung Europas“, eine bessere Seenotrettung für Geflüchtete auf dem Mittelmeer und generell mehr Solidarität mit den Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind.

Entstanden ist die Initiative in der vergangenen Woche als Reaktion auf den Streit innerhalb der Unionsparteien über die Asylpolitik und auf die Irrfahrt des deutschen Rettungsschiffes „Lifeline“, das tagelang mit rund 230 aus Seenot geretteten Geflüchteten und Migranten an Bord auf dem Mittelmeer herumirrte und zunächst keinen europäischen Hafen ansteuern durfte.

„Gegen jegliche Humanität“

„Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität“, heißt es in einer Erklärung des Bündnisses. „Statt Grenzschließungen brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen.“ Das Bündnis versteht sich auch als politisches Gegengewicht zu allen Politikern, die Europa stärker abschotten wollen.

In Frankfurt wollen die Aktivisten der „Seebrücke“ sich um 18 Uhr auf der Untermainbrücke treffen und dort zunächst der Menschen gedenken, die seit Jahresbeginn im Mittelmeer ertrunken sind. Als Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen wollen die Demonstranten in Anlehnung an Schwimmwesten orangene Kleidung tragen. Zugleich richten sie klare Forderungen an die Stadt: „Oberbürgermeister Peter Feldmann sollte Frankfurt offiziell zur ,sicheren Hafenstadt‘ erklären und die Stadt Geflüchtete von den Rettungsbooten im Mittelmeer freiwillig aufnehmen“, fordert Bernd Eichner vom lokalen „Seebrücke“-Ableger in Frankfurt.

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