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Flüchtlinge in Frankfurt Neue Bewohner kommen ab Mai

Die Flüchtlingsunterkunft In der Au wird hergerichtet. Bei einem Stadtteilfest in Rödelheim soll sich die Einrichtung vorstellen.

Unterkunft für Flüchtlinge | In der Au | Frankfurt-Rödelheim
Auch ein Notausgang muss sein: Unterkunft In der Au. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)

Die Arbeiten in der Rödelheimer Flüchtlingsunterkunft In der Au laufen auf Hochtouren. Voraussichtlich ab Mai werden sukzessive neue Bewohner in die umgebaute Lagerhalle auf dem Gelände der früheren Firma Ambrosius einziehen können, berichtet Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU).

„Im Moment werden auch die Begegnungsräume hergerichtet, die verbunden durch eine Glasfront zwischen den Hallen entstehen“, erklärt Skotnik. Diese Räume waren ein Wunsch von Bürgern und der Flüchtlingsinitiative „Wir in Rödelheim“ (W.I.R.), um mit den neuen Bewohnern in Kontakt kommen zu können und ihnen – wenn gewünscht – begleitend zur Seite zu stehen. Sobald das Begegnungscafé eröffnet ist, ist auch ein Stadtteilfest geplant, damit sich die Einrichtung Rödelheim und seinen Bürgern vorstellen kann. „Das haben wir nach wie vor auf dem Schirm“, sagt Skotnik vor allem in Richtung des Ortsbeirats 7.

Dieser hatte eine Anfrage zur aktuellen Situation in der Flüchtlingseinrichtung gestellt und mehr Information seitens der Einrichtung gefordert. Anlass war vor allem ein Konflikt zwischen zwei Bewohnerinnen, der sich zum Jahreswechsel zugespitzt hatte. Um die Situation zu entschärfen, wurde eine Bewohnerin anderweitig untergebracht. „Das war ein Einzelfall. Das passiert im zwischenmenschlichen Miteinander, vor allem, wenn Menschen auf vergleichsweise engem Raum zusammenleben und gemeinsame Räume nutzen müssen. Es wurde aber eine akzeptable Lösung gefunden“, berichtet Pressesprecherin Manuela Skotnik.

Sozialbetreuung durch die Johanniter

Auch Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter, des Trägers der Einrichtung, bestätigt den Fall: „Ansonsten sind wir mit dem Miteinander in der Unterkunft sehr zufrieden, und es gibt sonst keine Konflikte. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es dabei auch bleibt.“ Pitsch wendet sich damit auch gegen die Vermutung, dass der Personalwechsel bei der Leitung der Unterkunft Anfang des Jahres zu Irritationen unter den Bewohnern geführt habe. „Die Leiterin hat sich beruflich neu orientiert und den Arbeitgeber gewechselt. Das ist alles ohne Probleme vonstatten gegangen. Die Kontinuität wurde gewahrt“, betont Pitsch. Zwei erfahrene Mitarbeiter, so Pitsch, leiten derzeit die Einrichtung. „Ein Kollege hat die Unterkunft mit aufgebaut, der andere hat ebenfalls Erfahrung in der Flüchtlingshilfe“, erklärt der JUH-Regionalvorstand.

Zudem werde in absehbarer Zeit die Sozialberatung in der Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen. „Diese wird das Diakonische Werk anbieten, da es bereits beim Quartiersmanagement hier in Rödelheim aktiv ist“, erklärt der Johanniter-Chef. Die Bewerbungsgespräche würden derzeit laufen, ergänzt Manuela Skotnik.

Eine weitere Säule in der Arbeit vor Ort ist die Sozialbetreuung durch die Johanniter. Hier gibt es mittlerweile ein vielfältiges Angebot, das zum Teil von Kooperationspartnern wie dem Justizministerium, dem Goethe-Institut, dem städtischen Kulturamt und vor allem durch engagierte Ehrenamtliche unterstützt wird, berichtet Oliver Pitsch. So wurde in einem kleinen Nebengebäude gemeinsam mit „World Vision“ eine Spielstube eingerichtet.

Bis zu 244 Geflüchtete

Weitere Angebote: Orientierungsveranstaltungen für die hier angekommenen Flüchtlinge, Sprachkurse für unterschiedliche Niveaus und „Deutsch für afrikanische Bewohner“, Mal- und Musikprojekte, Hausaufgabenbetreuung, das Erkundungsprogramm „Places to be“, Rechtsstaatsklassen, Infoveranstaltungen zum Thema Ausbildung, Sprechstunden in der Einrichtung, Projekte zu Gewaltprävention und ein Ausflugsprogramm vor allem für die Jüngeren.

Auch werde bald die Fahrradwerkstatt öffnen, kündigt Pitsch an, der zudem die Ausbildung einiger Bewohner zu Brandschutz- und Räumungshelfern initiiert hat. „Das ist ein großes Areal. Da muss man die Menschen entsprechend sensibilisieren und schulen“, erläutert der Johanniter.

Nach Ende der Umbauarbeiten können bis zu 244 Geflüchtete in der Unterkunft unterkommen. „Aber nur, wenn der Bedarf entsprechend ist“, betont Sprecherin Skotnik. Derzeit haben 141 Menschen dort eine neue Bleibe gefunden: 24 alleinstehende Mütter mit ihren Kindern in einem kleineren Haus an der Einfahrt sowie Familien und 30 alleinstehende Männer, die getrennt von den übrigen Bewohnern in einem eigenen Trakt in einer Halle leben.

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