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Flüchtlinge Für Empathie werben

Die Bildungsstätte Anne Frank kürt in Frankfurt die Sieger im bundesweiten Jugend-Plakatwettbewerb zum Thema Flucht. Jugendliche und junge Erwachsene haben mehr als 600 Entwürfe eingereicht.

Anna-Sophie Böschek aus dem Allgäu hat mit ihrem Plakat den Hauptpreis gewonnen. Foto: Monika Müller

Wenn in einigen Wochen die Ferien beginnen, spielen viele Familien wieder das altbekannte Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ – einen Bikini vielleicht oder Sonnencreme für den Strand. Geflüchtete hingegen trügen einen ganz anderen Koffer mit sich umher, sagt Anna-Sophie Böschek. „Mit Rechten, die sie in ihrer Heimat nicht hatten und Hoffnungen an ein besseres Leben“, sagt die 24-jährige angehende Mediengestalterin aus dem bayerischen Heimertingen. Mit ihrem Motiv eines Koffers, in dem die Menschenrechte typografisch dargestellt sind, hat Böschek den Hauptpreis im bundesweiten Plakatwettbewerb „Flucht.Punkt“ der Bildungsstätte Anne Frank gewonnen. „Wir sollten helfen, den Koffer zu entpacken, damit die Menschen hier ihre Rechte leben können.“

Mehr als 600 Plakate hätten Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland und sogar den USA und Polen in diesem Jahr eingereicht, sagte Bildungsstätten-Direktor Meron Mendel am Freitag zur feierlichen Preisverleihung an zwölf Gewinner. Nach 150 Einsendungen zum ersten Wettbewerb „Anne Frank heute“ im Jahr 2014 und 350 zum Thema „Mensch, Du hast Recht(e)“ im vergangenen Jahr, zeige dieser neue Rekord das große Interesse junger Menschen am Thema Asyl und Flucht.

Jurymitglied Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl lobte, die Siegerplakate zeigten sehr eindrücklich, was Flüchtlinge antreibe, wie es ihnen gehe. Und Jurymitglied Aylin Kortel von der Bildungsstätte freute sich über ungewöhnliche, auch irritierende Blickwinkel und darüber, dass viele Teilnehmende sich der Perspektive Geflüchteter angenähert hätten. Das wecke Empathie.

So zeigt etwa die Plakatreihe von Mala Kopp und Svenja Rogotzki vom Gymnasium Riedberg Smartphones mit fiktiven Whatsapp-Nachrichten Geflüchteter. „Flüchtlinge sind Menschen. Menschen haben Träume. Wir können helfen, sie zu verwirklichen“, steht darunter. Die 18-jährige Anna Eiser aus Taunusstein hat dem Piktogramm „Fluchtweg freihalten“ den Satz „Wir brauchen offene Türen für Verfolgte“ hinzufügt. Und der 20-jährige Felix Daufratshofer fragt den Betrachter seines Plakats, auf dem ein Gesicht mit Weltkugelauge zu sehen ist: „Siehst du meinen Weg oder nur meine Ankunft?“ Daufratshofer erhielt dafür ein FR-Abonnement. Als weitere Preise für die 12 Gewinnermotive wurden Bücher, Reisen und ein Laptop vergeben.

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