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Filmkomödie „Fikkefuchs“ darf nicht kleben

Die Verkehrsgesellschaft verbannt das Werbeplakat für den Kinofilm „Fikkefuchs“ aus dem öffentlichen Raum. Man halte die Werbung für sexistisch.

Fikkefuchs
Stein des Anstoßes: Das Filmplakat. Foto: ALAMODE FILM

Die Stadt Frankfurt bildet sich stets viel darauf ein, wenn sie in internationalen Rankings und Umfragen ganz vorne liegt. In diesem Fall teilt sie sich das Alleinstellungsmerkmal mit München: Nur in diesen beiden deutschen Städten darf das Werbeplakat für den Kinofilm „Fikkefuchs“ in kommunalen U-Bahnen und Straßenbahnen nicht gezeigt werden.

Das Verbot gilt außerdem für alle Stationen von Trams, Bussen und U-Bahnen. Das hat Karola Brack, die Sprecherin der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), am Montagabend der Frankfurter Rundschau bestätigt. Die kurze, gleichwohl umfassende Aussage der VGF-Sprecherin: „Wir halten diese Werbung für sexistisch.“

Das Plakat für die deutsche Filmkomödie von Regisseur Jan Henrik Stahlberg zeigt einen stilisierten Fuchskopf, der zugleich eine weibliche Scham darstellt.

Saralisa Volm, die Produzentin des Films, kommentiert das Frankfurter Verbot mit Erstaunen: „Angesichts unserer angeblich superliberalen und verpornten Gesellschaft wundert man sich schon manchmal, wie prüde und verklemmt wir eigentlich sind.“ Und sie fügt hinzu: „Ich glaube, es ist an der Zeit, wieder einen offeneren Umgang mit unserer Sexualität zu finden.“

Empörung über das Verbot

Das Verbot der „Fikkefuchs“-Werbung platzt mitten in eine aufgeheizte öffentliche Debatte um sexuelle Übergriffe. Doch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt verhängte gleich noch einen zweiten Bann, der von den Linken im Römer als „politische Zensur“ gegeißelt wurde. Sie wollten auf eine von ihnen geplante Diskussionsveranstaltung über Rechtspopulismus unter dem Titel „Wenn der Hass an die Rathaustür klopft“ aufmerksam machen.

An 94 Flächen in U-Bahnhöfen sollte für den Abend am 8. Dezember im Haus am Dom geworben werden. Doch die VGF habe diese Werbung verboten, hieß es am Montagabend. Dominike Pauli, Fraktionschefin der Linken im Römer, zeigt sich empört: „Die VGF zensiert mit ihrem Verhalten die politische Willensbildung im öffentlichen Raum.“

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