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Feuerwehr Neuer Feuerwehrchef setzt auf kleine Einheiten

Der neue Chef der Frankfurter Feuerwehr, Karl-Heinz Frank stellt sich den Stadtverordneten vor.

Karl-Heinz Frank
Karl-Heinz Frank leitet die Berufsfeuerwehr. Foto: Stadt Frankfurt

Seine erste Bewährungsprobe hat der neue Feuerwehrchef bestanden. Karl-Heinz Frank, der Nachfolger des am Freitag in den Ruhestand verabschiedeten Reinhard Ries, hat sich am Montagabend im Recht- und Sicherheitsausschuss der Stadtverordneten vorgestellt. Die Politiker spendeten dem neuen Leiter der Brandschützer Applaus. Wobei Frank im Ausschuss vergleichsweise wenig tun musste. In der teils etwas langatmigen Diskussion über die Zukunft des Frankfurter Rettungswesens führte vor allem Franks Namensvetter, der Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), das Wort.

In seiner kurzen Vorstellung machte Karl-Heinz Frank deutlich, dass er durchaus langfristig denkt. Gemeinsam mit der Politik gelte es nun, das taktische Feuerwehrkonzept für das Jahr 2040 zu entwickeln. Keinen Zweifel ließ er daran, dass die Brandschützer auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf das von ihm und Ries entwickelte Staffelkonzept setzen wollen. Dabei rückt nicht immer ein ganzer Löschzug zu den Einsätzen aus, so dass zahlreiche Wehrleute gebunden wären, obwohl sie womöglich gar nicht gebraucht werden. Dafür fährt die Feuerwehr mit „schnelleren, kleinere Einheiten“ zu den Unglücksstellen.

Gegen dieses Vorhaben gab es im Ausschuss keinen Widerspruch. Kontrovers wurde die Debatte erst, als Martin Kliehm (Linke) forderte, den Anteil von Migranten und Frauen bei der Feuerwehr zu erhöhen.

Ob die Wehr ein Abbild der Gesellschaft sei, sei ihm aber egal, sagte Markus Frank. Entscheidend sei ausschließlich, dass „die fittesten, stärksten und klügsten Menschen“ bei der Feuerwehr anfingen – ganz egal ob Frauen oder Männer, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Pearl Hahn (Linke) reagierte empört. Aus den Ausführungen des Sicherheitsdezernenten folge, dass die Qualität des Brandschutzes nicht gewährleistet sei, wenn mehr Frauen und Migranten bei der Feuerwehr aktiv wären. Frank entgegnete, die Linke wolle ihn „bewusst missverstehen“. Bei der Feuerwehr gebe es auch „starke Frauen“. Er wehre sich aber dagegen, eine Quote einzuführen. „Ich glaube nicht, dass Frauen einmal die Mehrheit bei der Feuerwehr stellen werden“, sagte Markus Frank.

Ein Hinderungsgrund für Frauen sei die bis vor kurzem geltende Anforderung einer abgeschlossenen Berufsausbildung gewesen, sagte Jessica Purkhardt (Grüne): „Es gibt eben wenige Schlosserinnen.“ Durch den neuen Ausbildungsgang für Werksfeuerwehrleute, die keine vorangegangene Ausbildung brauchen, werde sich der Frauenanteil erhöhen. Taylan Burcu (Grüne) schlug vor, in den Communities von Migranten für den Feuerwehr-Beruf zu werben. Die Polizei habe mit dem Konzept gute Erfahrungen gemacht.

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