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Feuerwehr Frankfurt Sexistisches Alarmfax sorgt für Wirbel

Ein Feuerwehrmann macht auf einem Alarmfax eine sexistische Bemerkung. Damit landet er auf Twitter und die Aufregung ist groß.

Ein Rettungseinsatz hat Folgen für die Feuerwehr.

Die ganze Angelegenheit ist der Frankfurter Feuerwehr reichlich peinlich. Zumindest sagt Andreas Mohn, Sprecher der Brandschützer, dass er das Bild, das nun auf Twitter kursiert, „am liebsten für immer löschen würde“. Hilft nur nichts, denn das Internet vergisst nicht. „Und deshalb kommt diese Sache in regelmäßigen Abständen immer wieder hoch“, sagt Mohn.

„Diese Sache“ ist eine dämliche und sexistische Bemerkung auf einem Blatt Papier, mit dem die Besatzungen von Feuerwehr- und Rettungswagen über ihren nächsten Einsatz informiert werden. Auf dem Zettel, der abfotografiert und ins Internet gestellt wurde, heißt es zur Beschreibung eines Notfalls im Frankfurter Westen: „Im 1. OG Patientin nach Geschlechtsverkehr nun bewusstlos (Respekt), braucht nun einen Rettungswagen.“

Die Bemerkung „Respekt“ sei „völlig inakzeptabel“, sagt Mohn. Der Mitarbeiter der Leitstelle, der diesen Kommentar verfasst habe, sei scharf gerügt worden. „So etwas ist rufschädigend für die Feuerwehr“, so der Sprecher. Spöttische Bemerkungen hätten auf Alarmfaxen, wie die Zettel mit den Anforderungen des nächsten Einsatzes genannt werden, nichts verloren, und sexistische Bemerkungen dulde die Feuerwehr ohnehin nicht.

Verrat von Dienstgeheimnissen

Öffentlich wurde diese Peinlichkeit durch Twitter. Im Mai vorigen Jahres tauchte das Bild von dem Zettel, auf dem Angaben wie der Name der Patientin und ihre Adresse unkenntlich gemacht sind, erstmals im Internet auf. Am Dienstag erreichte es die Frankfurter Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx), die wiederum die Frankfurter Rundschau auf das Foto hinwies.

Mittlerweile beschäftigen sich auch Polizei und Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Denn wer auch immer das Foto von dem Papier gemacht hat – er hat sich damit möglicherweise strafbar gemacht. Derzeit läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen. Allerdings gegen Unbekannt, wie Andreas Mohn erklärt. Einen Verdächtigen gebe es nicht.

Als Täter kommen ziemlich viele infrage. Denn derartige Papiere bekommen einige Menschen zu lesen. Alarmiert werden Feuerwehrleute und Sanitäter zunächst über Pager, wie Mohn erklärt. Daraufhin laufen die Retter zu ihren Wagen. Aus einem Drucker in der Fahrzeughalle nehmen sie dann den Zettel mit den genauen Anweisungen – auf dem eben auch die sexistische Bemerkung stand. Oft bleibe das Papier im Drucker zurück, so dass prinzipiell jeder in der Wache das Foto gemacht haben könne, so der Feuerwehrsprecher. Bisweilen wird es aber auch mit in die Einsatzfahrzeuge genommen. In dem konkreten Fall könnte der Zettel dort womöglich unbeaufsichtigt gelegen habe – so dass jeder Passant die Möglichkeit gehabt hätte, das Foto zu schießen.

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