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Festival in Frankfurt Schüler rühren beim „Grüne Soße Festival“ mit

Schüler zeigen beim Grüne-Soße-Festival in Frankfurt, was sie können. Sie wetteifert um die Gunst der Jury. Denn nur eine Klasse pro Vorentscheid kommt ins Finale.

Nachwuchswettbewerb „Grüne Soße Festival macht Schule“
Moderator Timo Becker begrüßt die Nachwuchsköche auf dem Schiff ?Wappen von Frankfurt?. Foto: Rolf Oeser

Das kostbare Gut wird in Tupperboxen zum Schiff transportiert. Bei manchen Klassen trägt die Lehrerin die Grüne Soße achtsam zum Vorentscheid des „Grüne Soße Festival macht Schule“. Bei anderen schleppen die Kinder sie zum Nachwuchswettbewerb auf das Schiff. So wie Leonard. Weil er Klassensprecher der 3e der Wiesbadener Rudolf-Dietz-Schule ist, hat er die verantwortungsvolle Aufgabe, die Grüne Soße heil an Bord zu bringen. Schafft er. Auch wenn er immer mal „ein bisschen gehüpft“ sei mit der Box im Arm. Eins lässt sich von dieser Soße also bereits vor dem Probieren sagen: Sie ist gut geschüttelt und gerührt.

Sieben Schulklassen aus der Region haben für diesen Donnerstag eine Grüne Soße zubereitet. Für einen der acht Vorentscheide beim „Grüne Soße Festival macht Schule“, dem sich in diesem Jahr rund 1200 Schüler stellen. Sie schnippeln, hacken und rühren um die Wette, stellen sich einer Jury, um ins Finale am 19. Mai einziehen zu können.

Was in die Grüne Soße hineingehört, da kann sich erbittert drüber gestritten werden. Die sieben Kräuter, so viel ist klar. „Und ein bisschen Senf“, sagt Zineb von der Paul-Maar-Schule in Ober-Erlenbach. „Aber wirklich nur ein kleines bisschen, sonst schmeckt alles nach Senf.“ Das hat die Klasse leidvoll erfahren müssen: Bei ihnen wurde aus einem Bisschen ein Batzen und Lehrerin Annette Rübner konnte dann verstehen, „dass sich alle beim Probieren geschüttelt haben“. Da hat Rübner daheim noch einen Becher Joghurt in die Soße gekippt. Um sie zu strecken. Es will ja nun keiner eine sich schüttelnde Jury sehen.

Aber immerhin: Nur zwei Kinder haben vor der Teilnahme am Wettbewerb Grüne Soße gekannt, nun wissen alle um das Kulturgut. „Das muss ja sein, wir wohnen schließlich in Hessen“, sagt Rübner. Und das bereitgestellte Equipment habe die Kinder hochmotiviert, sich zu beteiligen. Denn wer beim Wettbewerb mitmacht, bekommt ein kleines Gewächshaus fürs Klassenzimmer und allerlei Schulmaterialien zu Frankfurt und der Grünen Soße.

Die Vorentscheide finden an Kulturorten in der Region statt, Themen wie Kunst und Umwelt werden dort pädagogisch vermittelt. An diesem Tag wird vom Eisernen Steg nach Offenbach und zurück geschippert. Durch ein Mitmachtheater lernen die Kinder die Legende vom Brickegickel kennen. Und warum Frankfurt eigentlich Frankfurt heißt. Natürlich geht es auch um die sieben Kräuter. „Petersilie, Sauerampfer, Pimpinelle, Schnittlauch, Borretsch…“, zählt Jule von der Kirchnerschule auf. Der Rest fällt ihr nicht mehr ein. Macht nichts, Hauptsache Kresse und Kerbel sind auch in der Soße. Und „gut ist unsere auf jeden Fall“, sagt Jule. „Alle Kinder wollten nach dem Probieren noch mehr essen.“

Ging aber nicht. Es musste ja noch was für die Jury übrig bleiben. Die sieben Mitglieder bekommen die Soße in nummerierten Gläschen vorgesetzt, müssen rein nach dem Geschmack urteilen. Nicht so einfach. Gläschen 1: etwas flüssig. Nummer 3 viele Kräuter, Nummer 4 etwas wässrig, Nummer 5 schön grob gehackt, Nummer 6 mit Mayo, Nummer 7 perfekte Konsistenz. Große Rätsel gibt Nummer 2 auf. Sie schmeckt… anders. „Was ist denn da bloß drin?“, fragt ein Jurymitglied. Und ein anderes glaubt: Das muss Curry sein.

Am Ende eine schwierige Wahl für die Jury, aber es kann eben nur einer siegen. Das ist am Donnerstag die Klasse 4d der Otto-Hahn-Schule aus Heusenstamm. Die zehnjährige Sheela kann genau erklären, wie so eine Gewinnersoße gemacht wird: „Ein Ei und die Kräuter durch den Fleischwolf drehen, Joghurt, Schmand, Salz, Pfeffer, Senf, zwei bis drei Drücker Mayo aus der Tube, gut umrühren, gute Teamarbeit – so kommt man ins Finale.“

Bei der Jury kam die Kombination jedenfalls an. Und was in Nummer 2 war, hat sich schließlich auch aufgeklärt: Essiggurken und Dickmilch.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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