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Festival in Frankfurt Eine Woche des türkischen Films

Ende November beginnt das Türkische Filmfestival in Frankfurt. Auch deutsche und andere europäische Beiträge werden an verschiedenen Spielorten gezeigt

Die Freude und der Stolz über das Erreichte sind Hüseyin Sitki ins Gesicht geschrieben. „Wir sind stolz, dass wir es trotz Mangel an Personal und Geld wieder geschafft haben, ein hervorragendes Programm zusammenzustellen“, sagt der Leiter des Türkischen Filmfestivals Frankfurt, der im Hauptberuf im International Office der Goethe-Universität arbeitet und für seine ehrenamtliche Festivalarbeit schon zahlreiche Auszeichnungen bis hin zum Bundesverdienstkreuz erhalten hat.
In der Vergangenheit, sagt Sitki, habe das Festival mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Aber mit Unterstützung von Stadt, Land und privaten Sponsoren ist es dem ausrichtenden Verein „Transfer zwischen den Kulturen“    und seinen Partnern gelungen, zum 17. Mal eine Woche des türkischen Films in Frankfurt auszurichten.

Die Werke türkischer Filmschaffender stehen selbstredend im Mittelpunkt des Festivals. 40 Filme sind diesmal zu sehen, darunter Thriller, Dramen, Komödien, Dokumentarfilme. Und schon der Eröffnungsfilm, der am 27. November um 20.30 Uhr im Cinestar Metropolis laufen wird, ist ein echter Hochkaräter: „Ayla“ von Regisseur Can Ulkay beruht auf der wahren Geschichte eines türkischen Feldwebels, der im Koreakrieg in den 50er Jahren ein verwaistes koreanisches Mädchen bei sich aufnimmt. Er geht bei der kommenden Oscarverleihung als türkischer Beitrag für den besten ausländischen Film ins Rennen.

Preise werden auch in Frankfurt vergeben: Der Produzent Abdurrahman Keskiner, Schauspielerin Bahar Öztan und Schauspieler Mahmut Cevher werden auf dem Festival mit Ehrenpreisen ausgezeichnet. Im Spielwettbewerb konkurrieren zehn Filme um Auszeichnungen in sieben Kategorien. Und im Kurzfilmwettbewerb werden die Werke Studierender aus Deutschland und der Türkei ausgezeichnet.

Neben dem Schwerpunkt zum türkischen Film hat das Festival auch wieder Werke deutschtürkischer Filmemacher im Programm. Denn, so erläutert Ralph Förg vom kooperierenden Filmhaus Frankfurt, das Filmfestival sei immer schon „auch kulturelle Vergewisserung für türkische Migranten“ gewesen. So ist am 27. November im Metropolis Thomas Arslans Drama „Helle Nächte“ über eine Vater-Sohn-Beziehung zu sehen. Am 28. November zeigt das Bildungshaus Dietzenbach Züli Aladags Fernsehfilm „Die Opfer – vergesst mich nicht“ über den Blumenhändler Enver Simsek, das erste Mordopfer des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“, und seine Familie. Leichterer Stoff ist Fatih Akins Komödie „Tschick“, die auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf basiert und am 29. November im Metropolis läuft.

Als dritte Säule präsentiert das Festival das Forum europäischer Film, das sich dieses Jahr dem Thema „Migrantenschicksale“ widmet. Gezeigt werden die skandinavische Komödie „Welcome to Norway“, die österreichische Komödie „Die Migrantigen“ und Aki Kaurismäkis „Die andere Seite der Hoffnung“.

Darüber hinaus wartet das diesjährige Türkische Filmfestival auch mit mehreren Konzerten auf, diskutiert mit Schülerinnen und Schülern der Ernst-Reuter-Schule II über den Dokumentarfilm „Haymatloz“ und lädt zu einem Workshop mit der in Istanbul geborenen Schauspielerin Özay Fecht ein. Und es führt seine Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Preungesheim fort: Am 6. Dezember können Insassinnen des Frauengefängnisses den Film „Anam“ aus dem Jahr 2001 anschauen.

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