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Feste in Frankfurt Endspurt beim Grüne-Soße-Festival

Amüsant, durchgeknallt und völkerverbindend: Wer noch nicht beim Grüne-Soße-Festival in Frankfurt war, sollte es sich für 2019 fest vornehmen.

Grüne Soße Festival
Jetzt musst du entscheiden: Welche soll die Grie Soß deines Herzens sein? Foto: Michael Schick

Noch ist nicht bindend in den Stadtgesetzen verankert, dass Frankfurter mindestens einmal im Leben das Grüne-Soße-Festival besuchen müssen. Aber darüber sollte man nachdenken. Es gibt kaum etwas auf der Welt, das so amüsant, völkerverbindend und gut für die Umwelt ist wie dieses durchgeknallte Spektakel. 

Leider sind die Abendshows mit Soßenverkostung ausverkauft, und Samstag ist Schluss. Bis dahin können Sie immerhin noch über den Markt mit 1001 Grie-Soß-Spezialitäten in der City flanieren. Und was abends im Zelt passiert, lesen Sie einfach hier. 

Es geht damit los, dass die Moderatoren Anton Le Goff und Timo Becker die Gäste in handgestoppten 500 Sprachen begrüßen, von Frankfurterisch über Italienisch und Russisch bis zum verschütt’ geglaubten Dialekt aus der inneren Mongolei, musikalisch begleitet von der Band Andi & die Gartenzwerge. Das Publikum liegt vor Lachen unterm Tisch, alle 650 Leute. Die Kapelle auf der Bühne spielt immer, wenn jemand „Eintracht“ sagt, die Torjubel-Melodie aus dem Waldstadion. 

Wer kennt alle sieben Kräuter?

Eigentlich seien wir im Eimer, sagt Anton Le Goff, der auch in diesem Jahr wieder der Festivalchefin Maja Wolff frappierend ähnelt. Im Westen bedrohe uns Donald Trump, „im Osten Putin und Offenbach“. Und dann hätte uns der Klimawandel auch noch fast die Kräuter der Grünen Soße gekostet. Apropos – welche sieben Kräuter sind es gleich? Naa? Das Publikum zuckt kollektiv zusammen, die Leute direkt vor der Bühne erwischt’s. Nur drei Richtige. Versagt. Mit Mikrofon. Aber das ist schon ganz anderen Leuten passiert, etwa den OB-Kandidaten bei der peinlichen Befragung im Wahlkampf. Ein Videofilm erinnert daran. Le Goff: „Salbei, Herr Feldmann...?!“ 

Die Hilde aus Bornheim, Dritte im Entertainer-Trio, legt im Kittel eine sensationelle Roboter-Nummer aufs Parkett. Kabarettist Chin Meyer schickt die Zuschauer mit seinem Beitrag ein weiteres Mal unter die Tische. „Wir stammen von denen ab, die schnell genug weg waren – wir sind die Nachfahren der Flüchtlinge“, sagt er. Donnernder Applaus. 

Jetzt aber zum Grüne-Soße-Wettbewerb. Jeder Gast erhält sieben Proben und soll die beste herausschmecken. An den ersten drei Abenden haben sich die Teams vom Lahmen Esel, Maingau-Hotel und Ebbelwei-Wagner fürs Finale am Samstag qualifiziert. Knapp scheiterte das Heddernheimer Habel.elf trotz ältestem Rezept auf römischer Steintafel. 

Die elfte Ausgabe des Festivals

Wer wird es als Vierter von sieben schaffen? Das historische Gasthaus Zum Einhorn aus Bonames, erbaut kurz nach Abkühlen der Erdoberfläche, geht als haushoher Favorit ins Rennen. Seine Vertreterinnen tragen siegesgewiss grüne Hosen, grüne Schuhe, Glitzer-Einhorn-Shirts und halten sich an den Händen. Die Bonameser unter den Zeltgästen haben bereits jetzt Tränen in den Augen, die noch dicker werden, als sie die Proben Nummer 1, 4 und 7 verkosten. Delikatissimo! Aber Nummer 7 ist eindeutig die beste, und raten Sie, von wem sie stammt – genau. Triumphal galoppiert das Einhorn ins Finale. 

Der Rest ist Jubel, Gesang, Pellkartoffeln, Eier, Ebbelwei und prächtige Stimmung. Es ist die elfte Ausgabe des Grüne-Soße-Festivals seit der Gründung 2008. Wer das erfunden habe, müsste höchste Ehren von der Stadt empfangen, sagt eine Besucherin. So wahr die Soße grün ist. 

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