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Ferien zu Hause Hoch über den Dächern von Frankfurt

Nur wenige Hochhäuser der Frankfurter Skyline kann man regelmäßig besichtigen – der Commerzbank-Turm ist eines davon. Neben einem weiten Ausblick locken dort Kunstwerke und Gärten in schwindelnder Höhe.

Commerzbank Tower in Frankfurt
Blick durch den „Lichtkamin“ gen Himmel. Foto: Rolf Oeser

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Während unten durch die engen Hochhausschluchten der Autoverkehr lärmt, genervte Fahrer hupen und auf der Wolkenkratzerbaustelle nebenan gehämmert und gebohrt wird, dringt kaum ein Geräusch in den Garten im 35. Stock des Commerzbank-Turms. 

Die ruhige Stimmung wird durch das Grün verstärkt, das in steinern eingefassten Hochbeeten blüht. Der Garten befindet sich gut 100 Meter über dem Erdboden. Hinter dunklen Bambushalmen schweift der Blick Richtung Osten über die Dächer der Stadt und das Umland. Mit fast 259 Metern Höhe überragt der Commerzbank-Turm alle Bürohochhäuser rundherum. Die Antenne auf dem Dach addiert, sind es gar 300 Meter.

Auf jeder Seite des gleichschenkeligen, dreieckigen Turms gibt es je drei Gärten auf verschiedenen Etagen – insgesamt sind es neun. Hinter Glasfassaden, unter 15 Meter hohen Decken gedeihen dort asiatische Gewächse gen Osten, mediterrane Richtung Süden und nordamerikanische Pflanzen Richtung Westen. Ines Hennig, die heute durchs hohe Haus führt, räumt gleich zu Beginn mit einem Irrtum auf: „Es sind Themengärten, keine hängenden Gärten, wie häufig in der Presse zu lesen ist“, sagt sie. 

Die Sommersonne, die durch die breite und hohe Glasfront hereinscheint, hat den Garten aufgeheizt. „Im Winter ist es hier frisch“, sagt Hennig. Durch Drainagen unter den Beeten werden die Pflanzen automatisch mit Wasser versorgt. Die Gärten sind Teil des Lüftungssystems des Turms. Mitarbeiter können die Fenster ihrer Büros eigenständig öffnen, wenn sie frische Luft benötigen. Aus ökologischen Gründen gebe es im gesamten Gebäude keine Klimaanlage, berichtet Hennig. Stattdessen temperiert neben einer herkömmlichen Heizungsanlage eine „Deckenkühlung“ an warmen Tagen die Räume, deren Wasser danach zur Toilettenspülung verwendet werde. Aus den Wasserhähnen in den Toiletten fließe ausschließlich kaltes Wasser.

In den Gärten stehen Stühle, Tische und Barhocker für Kollegengespräche und Pausen der 2600 Mitarbeiter. An diesem Vormittag sind nur wenige zu sehen. In einem Garten wird gerade eine Kaffeeanlage repariert. Geschäftiges Treiben herrscht dagegen in der Eingangshalle des Gebäudes, das nach drei Jahren Bauzeit im Mai 1997 fertiggestellt wurde. Der englische Architekt Norman Foster hat das dreieckige Hochhaus mit den markant abgerundeten Ecken sowie den leicht nach außen gewölbten Seitenwänden entworfen.

Durch Drehkreuze an den drei Eingängen zum Geschäftsbereich laufen Mitarbeiter über Marmorboden, teils eiligen Schrittes, herein und heraus. Die Lobby ist öffentlich zugänglich, ebenso wie die durch Glas abgeteilte Kantine. Mitarbeiter bezahlen mit ihrer Mitarbeiterkarte, Gäste mit Bargeld. Es sei eine Maßgabe der Stadt gewesen, dass Passanten die „Plaza“ betreten und die Kantine nutzen dürfen, sagt Hennig.

Hinter dem Empfangstresen hängt das riesige „Farbvlies“ des Künstlers Thomas Emde. Fast 17 mal zwölf Meter misst das Gemälde, das an einer Betonwand hängt und einen sich auftürmenden Wolkenhimmel darstellen soll. Darüber erstreckt sich ein „Lichtkamin“, der in 300 Metern Höhe den Blick zum Firmament freigibt. Je nach Tageszeit, Lichteinfall und Perspektive des Betrachters wechseln die Farben des Gemäldes zwischen Gelb-Orange und Blau-Violett.

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