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Feldbahnmuseum Frankfurt Fasziniert von der alten, immer noch funktionierenden Technik

Das Frankfurter Feldbahnmuseum wartet zum Saisonstart am Sonntag mit Glühwein und Fahrten auf der Dampflok auf.

Feldbahnmuseum
Grün und schwarz: Auf dem Gelände des Feldbahnmuseums harren historische Schmalspurbahnen der Aufmöbelung oder ihres Einsatzes. Foto: Renate Hoyer

Es ist ein kalter Abend im Dezember 2009. Die beiden 14-jährigen Felix Grassel und Felix Fach versuchen, die alte Dampflok aus dem Jahr 1935 wieder zum Laufen zu bringen. Zwei Jahre lang haben sie daran gearbeitet, die Lok in alle Einzelteile zerlegt, defekte Teile repariert, fehlende ersetzt, alles gereinigt und dann wieder zusammengebaut. Damit der Motor nun anspringt, drehen die Jungs schon seit Stunden mit vollem Körpereinsatz an der Kurbel. Dann plötzlich steigt Dampf aus dem Schornstein der Lokomotive, es ertönen Auspuffschläge.

Für den heute 22-jährigen Felix Grassel war dies ein ganz besonderer Moment. Der Maschinenbaustudent trat 2006 dem Frankfurter Feldbahnmuseum bei, nachdem er an einer Veranstaltung teilgenommen hatte.

Eine optimale Gelegenheit für Interessierte, den Verein und seine Mitglieder kennenzulernen, bietet sich am morgigen Sonntag. Mit „Feldbahndampf und Glühwein“ startet das Museum am 14. Januar in das neue Jahr. Drei Dampfloks aus den Jahren 1915 bis 1942 fahren dann wieder über die fünf Kilometer langen Gleise des 10 000 Quadratmeter großen Geländes, das sich in den Rebstockpark erstreckt.

Auch für diejenigen, die den Verein am Römerhof schon kennen, gibt es Neues zu sehen, wie Schriftführer Grassel berichtet: „Zwischen den Jahren haben wir viel an den Gleisen gearbeitet, das kann man sich nun anschauen.“

Neben Fahrten mit alten Dampfloks gibt es für die Besucher wärmenden Glühwein, Kaffee und Kinderpunsch sowie Kuchen und Bratwurst.

Das beliebteste Fest des Vereins ist das „Oldtimertreffen der Straße und Schiene“, das Anfang September stattfindet. Zudem erfreuen sich die Kleinsten am Teddybären-Fahrtag“, der diesmal für den 8. April geplant ist. Kinder bis 14 Jahre, die an diesem Tag einen Teddybären mit ins Feldbahnmuseum bringen, erhalten freien Eintritt und fahren kostenlos mit der Dampflok. Zudem wird der Teddy mit der originellsten Kleidung prämiert.

Knapp 150 Vereinsmitglieder zählt das Frankfurter Feldbahnmuseum zurzeit, 40 davon sind aktiv, etwa zwölf sind jede Woche im Museum anzutreffen. Dort wird nach Feierabend in Werkstatt und Schreinerei gebaut und gewerkelt.

Die Männer reparieren kaputte Maschinenteile und setzen Wagen wieder instand. „Teilweise bauen wir die Holzverkleidungen und die Innenausstattungen in unserer Schreinerei komplett neu. Dass eine kleine Dampflok vier Wagen ziehen kann, das ist Wahnsinn“, findet Grassel.

Fasziniert ist er zudem davon, „dass die Loks teilweise schon über 100 Jahre alt sind, aber heute immer noch laufen“. Da die Technik damals vergleichsweise einfach war, könne man die Loks auch heute noch selbst reparieren.

Im Museum trifft Jung auf Alt. Die Mitglieder sind meist zwischen 15 und 25 Jahren oder zwischen 50 und 70. Dazu zählen auch die 64-jährigen Zwillinge Heribert und Norbert Benner. Sie sind seit 42 Jahren dabei und haben den Verein damals mitgegründet.

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