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Fechenheim Zusätzliche Belastung der Ortskerne

Der Lebensmittelmarkt Kaufland baut nach einem Rechtsstreit mit der Stadt an der Wächtersbacher Straße. Es wird die erste Filiale der Kette. Sie soll in etwa einem Jahr fertig sein.

18.07.2014 21:00
Luis Reiß
2010 eröffnete in Hanau ein Kaufland Supermarkt im Einkaufszentrum Postcarré. Foto: Renate Hoyer

Der Lebensmittelmarkt Kaufland baut seine erste Filiale in Frankfurt. An der Wächtersbacher Straße 83 im Norden Fechenheims soll in etwa einem Jahr ein neuer Supermarkt entstehen. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit mit der Stadt. Zum Schutz des Einzelhandels im Ortskern Fechenheims, aber auch in den benachbarten Stadtteilen Enkheim und Riederwald, wollte sie den Bau verhindern.

„Letztlich hatten wir die schwächeren juristischen Argumente“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. Während die Stadt den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Fechenheim-Nord änderte, stellte Kaufland gleichzeitig seinen Bauantrag. Fraglich ist, welcher Bebauungsplan zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig war. „Der alte Bebauungsplan und die dazugehörige Nutzungsverordnung stammten aus den 60er Jahren“, berichtet Gellert. Damals habe es noch keine großen Supermarktketten gegeben. Dementsprechend seien sie auch nicht verboten gewesen. Das sollte der neue Bebauungsplan zum Schutz der umliegenden Ortskerne ändern. Doch Kauflands Bauantrag kam der Änderung letztlich zuvor.

Es könnte eine zusätzliche Belastung geben. Eine existenzielle Bedrohung für den Einzelhandel in den Ortskernen sieht die Stadt allerdings nicht. „Es gibt in dem Gebiet schließlich schon das Hessen-Center“, so Gellert. Die Stadt hoffe nun, dass die neue Kaufland-Filiale keinen nennenswerten Unterschied ausmache. Deshalb sei der Rechtsstreit nicht bis zur letzten Instanz ausgefochten worden. Mit anderen Worten: Wer sich bislang gegen die Konkurrenz behaupten konnte, wird das – so hofft die Stadt – auch in Zukunft können.

Markt auf 5300 Quadratmetern

Die Kette Kaufland, die ebenso wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Unternehmensgruppe mit Sitz in Neckarsulm gehört, hat unterdessen große Pläne am Standort Fechenheim. Auf 5300 Quadratmetern soll ein moderner Supermarkt mit dem Fokus auf frischem Obst, Gemüse und Milchprodukten entstehen. Auch Fairtrade-Produkte sollen sich im Angebot befinden. Der gesamte Einkauf sei nach Angaben des Unternehmens barrierefrei möglich. Außerdem sollen weiträumige Parkflächen entstehen.

In der Rhein-Main-Region ist Kaufland bereits siebenmal vertreten: in Hanau, Rödermark, Weiterstadt, Rüsselsheim, Dieburg, Bad Nauheim und Gelnhausen. Bundesweit gibt es 636 Filialen. Warum die Wahl in Frankfurt auf das Gewerbegebiet Fechenheim-Nord fiel, begründet das Unternehmen nicht konkret. Allerdings könne Kaufland sich vorstellen, weitere Filialen in Frankfurt zu eröffnen, heißt es auf Anfrage der FR.

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