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Falb Die Frankfurter Band Falb startet durch

Die Frankfurter Band Falb ist erfolgreich beim Deutschen Rockpreis. Dem zweiten Platz in Siegen sollen nun viele Auftritte in Rhein-Main folgen.

Siegreich in Siegen
Siegreich in Siegen: Sänger Christian Falb, Gitarrist Peter Pleines, Schlagzeuger Marcel Orendi und Bassist Holger Rückert (v.l.). Foto: privat

Herr Doktor lässt es gern krachen. „Das letzte Stück für heute Abend heißt“, sagt er ins Mikrofon und baut zwei, drei Sekunden Spannungspause ein: „Holding on … TO YOU!“ Zack, Schlagzeugeinsatz, los geht’s im Musikvideo mit einer weiteren Portion „Heavy Pop aus Frankfurt“, wie die Band Falb ihren Stil nennt.

Namensgeber, Sänger und Bandleader ist Christian Falb, seines Zeichens Doktor der Archäologie, Fachgebiet Keramik, und Dozent an der Goethe-Uni für die Lehre vorderasiatischer Altertümer. „Bei der Weltmusik bin ich allerdings nicht so sehr unterwegs“, sagt er in seinem Büro im fünften Stock des Poelzig-Baus. Dafür hat er sich mehr mit dem Rock der 70er und dann wieder der frühen 90er Jahre befasst. Das zahlte sich aus – die Band holte jüngst beim Deutschen Rock- und Pop-Preis den zweiten Platz in der Hauptkategorie Rock unter 18 Finalteilnehmern.

Ein toller Erfolg, sagt Christian Falb. „Und ein Sprungbrett, um jetzt richtig durchzustarten.“ Die Leiter zum Sprungbrett war lang. Vor rund 25 Jahren hatte Christian Falb ein Studioprojekt begonnen und sich dafür Musiker gesucht. Mitte der 90er wurde eine Band daraus, die immer mehr zusammenwuchs bis zum ersten Album 1997. Gitarrist Peter Pleines ist seit jenen Tagen dabei, Marcel Orendi (Schlagzeug) und Holger Rückert (Bass) vervollständigten 2016 schließlich das „beste Line Up ever“, wie Falb schwärmt: „Musikalische Liebe auf den ersten Blick.“

Im Taunus aufgewachsen, fing er zunächst mit 14 das Schlagzeugspielen an, ehe er „irgendwo“ eine Gitarre fand und begann, Songs zu schreiben. „So richtig Frontman wurde ich aber erst durch Falb“, sagt Falb, also durch die Band, die seinen Namen trägt. „Und das ist schon noch mal ein Sprung. Plötzlich stehst du da vorne.“ In Siegen, beim Rockpreisfinale, übrigens nur rund drei Minuten lang. Dort spielt jede der etwa 90 Bands in den verschiedenen Kategorien jeweils nur ein einziges Lied. „Da musst du auf den Punkt fit sein. Das ist praktisch von null auf hundert.“

Uriah Heep, Judas Priest, Deep Purple nennt Christian Falb als musikalische Einflüsse, die frühen britischen Rockbands, und später die Grunge-Helden. Das lässt darauf schließen, dass das Quartett nicht mehr zu den ganz Jungen zählt. Sein Alter möchte der Sänger und Komponist ungern veröffentlicht sehen – da ist er ganz Rocker, der die Musik im Zentrum sieht und nicht die Person.

Aber das Thema Spätstart muss erlaubt sein in solch einem Musikerporträt. „Ich hab mich früher nicht so reingekämpft, das ist schon richtig“, sagt Falb. Zeitgenossen wissen: So verläuft die ganz normale Entwicklung für junge Musiker, irgendwann steht unweigerlich das Geldverdienen an, und dann ist nicht mehr so viel Zeit für den Traum von der Bühnenkarriere. Wer dennoch bei der Stange bleibt, oder sagen wir: beim Mikrofonständer, dem liegt wirklich etwas an der Musik. Der kann halt nicht ohne. „Und das gilt besonders, wenn du selbst komponierst“, sagt Falb. „Wenn du schreibst, weil es raus muss.“

Stoff für drei Studioalben musste bisher raus, der vierte Langspieler folgt gerade. Und auf die Bühne will die Band ganz dringend. Am 15. Februar spielt sie in Sachsenhausen im Elfer, im März im Windecker Schlosskeller, im April steht die nächste Runde im Emergenza-Wettbewerb an, auch dafür hat sich Falb qualifiziert. Schon zuvor gibt es ein Interview mit Sepp’l Niemeyer auf Radio X zu hören (31. Januar, 18 Uhr).

Für die Zukunft wünscht sich das Quartett ganz besonders die Zusammenarbeit mit Artgenossen. „Mir schwebt schon lange ein Pool mit gleichgesinnten und musikalisch verwandten Bands aus Frankfurt und der Region vor, die sich gegenseitig unterstützen“, sagt Christian Falb. „Es wäre schon toll, einige kreative, gute Bands unter einen Hut zu bekommen.“ Wer Interesse hat, ist eingeladen, Kontakt aufzunehmen, am besten über die Internetseite: www.falb.de. Willkommen wäre auch jemand, der sich ums Band-Management kümmern möchte, „als erste Frau oder fünfter Mann im Heavy-Pop-Boot“.

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