Lade Inhalte...

Fairer Handel Socken aus Lima

Caro Hönn verkauft über ihr Label Ringelsuse Produkte, die in Peru unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Der Weg dahin war mühsam, hat sich aber gelohnt.

Diese Produkte verkauft Caro Hönn, die das Unternehmen Ringelsuse geründet hat. Foto: Monika Müller

Die kleinen Tische in dem großen Raum sind zur Hälfte belegt. In der „Zentrale“ auf der Berger Straße können sich Kreative und Selbstständige einen Arbeitsplatz mieten. Caro Hönn arbeitet hier an ihrem Laptop für ihr Label Ringelsuse. Auf ihrer Homepage verkauft die 32-Jährige geblümte Taschen, Geschenkartikel, rosa-weiß geringelte Socken bis hin zu Boxershorts. Das Besondere: Ihre Produkte werden unter fairen Bedingungen in Peru hergestellt.

Während ihres Romanistikstudiums machte die Frankfurterin ein Praktikum im peruanischen Hochland, das war vor sechs Jahren. „Irgendwann war das Gerücht aufgekommen, dass ich einheimische Produkte in Deutschland verkaufe“, erzählt Hönn. Jeden Tag boten ihr die Menschen etwas Neues an. Von Ponchos, Nacktschnecken bis hin zu Meerschweinchen war alles dabei.

Hönn fand Gefallen an dem Missverständnis. Doch statt mit Tieren wollte sie lieber mit Textilien handeln. Sie suchte nach Stoffen, Produkten, aber auch Geschäftspartnern. Von Anfang an arbeitet sie mit Daniel zusammen, der mit seiner Freundin in seinem Atelier in Lima Stücke für die Ringelsuse näht. Darüber hinaus kümmert sich Jesus um die Texte und Bilder, die Accessoires schmücken, Marco und Gloria drucken und sticken sie auf die Ware. Hönn achtet auf eine angemessene Bezahlung.

Wieder zu Hause packte Hönn damals den Kombi ihrer Eltern mit den ersten Waren voll. „Mit meinem Bruder habe ich Läden abgeklappert und versucht, meine Produkte zu verkaufen oder in Kommission zu geben.“ Der Anfang sei schwer gewesen, erinnert sie sich. Der Aufbau eines Onlineshops war zunächst ebenso mühsam. Doch sie lernte, Suchmaschinen zu optimieren oder Werbung in Blogs zu schalten. Ende 2010 gründete Hönn eine GmbH. Nach dem Studium überlegte sie, ob die Ringelsuse mehr werden oder Hobby bleiben solle. Anfangs jobbte sie tagsüber und organisierte abends die Ringelsuse. „Das ist hart gewesen.“

Viel Eigenkapital hatte sie nicht, trotzdem nahm sie keine finanzielle Unterstützung an oder einen Kredit auf. „Ich wollte das alleine schaffen.“ Immer wieder sprachen sie besorgte Verwandte an, sie solle an die Rente denken und was Anständiges machen. Seit rund zwei Jahren kann sie nun von der Ringelsuse leben. „Das macht mich sehr glücklich.“ Im Jahr verkaufe sie eine fünfstellige Anzahl an Produkten.

Den Schritt in die Selbstständigkeit hat Hönn bislang nicht bereut. „Mir kann niemand reinreden“, sagt sie. Außerdem kann sie ihre Zeit selbst einteilen. Vormittags bearbeitet sie ihre Bestellungen, fährt zur Post oder zum Lager, verschickt Produkte, mittags kommt sie in die Zentrale und arbeitet am Computer. Buchhaltung, Steuern, Marketing, dafür ist sie ganz allein verantwortlich.

Mindestens einmal im Jahr, am liebsten im deutschen Winter, fliegt Hönn nach Peru. Dann, wenn die stressigste Zeit des Jahres, das Weihnachtsgeschäft, vorbei ist. Dort trifft sie auch Daniel, der mittlerweile seine Familie von der Ringelsuse ernähren kann.

Die Produkte gibt es auf der Homepage www.ringelsuse.de zu kaufen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum