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Fahrrad-Unterstände Stadt fördert Fahrradhäuschen

In Hamburg gibt es sie schon lange, nun kommen sie auch nach Frankfurt: Fahrradhäuschen. Wer keine bequeme und sichere Abstellmöglichkeit für sein Fahrrad hat, kann sich einen solchen Unterstand bauen lassen. Unter bestimmten Bedingungen gibt es einen finanziellen Zuschuss von der Stadt.

Simulation einer Fahrradgarage an der Greifstraße in Bockenheim. Foto: Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung

In Dortmund gibt es sie. In Hamburg auch, schon seit zwei Jahrzehnten. Nun sollen sie auch nach Frankfurt kommen: Fahrradhäuschen. Gedacht für Menschen, die für ihr Rad keine bequeme und sichere Abstellmöglichkeit am Wohnort haben. Die Stadt will den Bau der kleinen Häuschen auf öffentlichem oder privatem Grund finanziell fördern. Voraussetzung ist, dass mehrere Radfahrer sich an ihrem Wohnort eins wünschen, sich finanziell beteiligen und dass ein Standort verfügbar ist.

Angeregt hat das Projekt der Ortsbeirat 2. Für die Pilotphase schlägt das städtische Referat für Mobilitäts- und Verkehrsplanung deshalb zwei Standorte in Bockenheim vor, an der Greifstraße und am Kirchplatz. Dort gebe es viele im Straßenraum angeschlossene Fahrräder und damit einen möglichen Bedarf, sagt Referatsleiter Axel Fleischer. Zudem sei das Angebot speziell für Altbaugebiete interessant, weil dort häufiger geeignete Abstellplätze fehlen würden. Auf Bockenheim beschränkt ist das Pilotprojekt allerdings nicht. Häuschen sollen dort entstehen, wo es Bedarf gibt.

Wie viele Radbesitzer sich zusammenschließen müssen, damit sie in Nähe ihrer Wohnung ein gefördertes Fahrradhäuschen bekommen, kann Fleischer nicht sagen. Bis zu zwölf Fahrräder sollen in einem Häuschen Platz haben. Unklar ist auch, wie viel Geld die Stadt für die Aufstellung dazugibt. Fleischer sagt, die Nutzer müssten mit „wenigen hundert Euro“ rechnen. Hinzu kämen für sie laufende Kosten für Unterhalt und Versicherung.

Dass es Radfahrer gibt, die diese Kosten nicht scheuen, zeigt das Beispiel Hamburg. Dort gibt es rund 350 Fahrradhäuschen. Die Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten für den Bau, maximal jedoch 3000 Euro (nur in Eimsbüttel 3500 Euro). Die Preise variieren, liegen in Hamburg aber etwa bei 7500 Euro pro Fahrradhaus mit zwölf Radparkplätzen. Dazu kommen für die Nutzergemeinschaft rund 40 Euro jährlich für die Versicherung.

ADFC begrüßt Vorhaben

Olaf Böhm, Leiter der Arbeitsstelle Radverkehr in Hamburg, berichtet von teils langen Wartelisten für die Plätze in den Häuschen. Das Modell sei in Hamburg „sehr gut angenommen“ worden. Mittlerweile kämen nur noch etwa fünf bis sechs Häuschen jährlich dazu, weil es in der Hansestadt kaum noch geeignete Standorte gebe, berichtet er.

In Hamburg sind die Fahrradhäuschen rundlich und haben eine Holzfassade. In Frankfurt haben sich die Planer an bestehenden Radunterständen hiesiger U-Bahnstationen orientiert. Die geplanten Häuschen haben jedoch eine kleinere Grundfläche von nur neun Quadratmetern, außerdem werden Metallgitter statt Glas verbaut; für die Fahrräder ist keine Bügelkonstruktion sondern eine drehbare Aufhängung vorgesehen. Für die Häuschen plant die Stadt, eine Werbekampagne zu starten.

Der ADFC begrüßt das Vorhaben. Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des Fahrradclubs, bezweifelt allerdings, dass damit genug Abstellmöglichkeiten geschaffen werden können. Zusätzlich plädiert er dafür, auf jedem vierzigsten Autoparkplatz Fahrradbügel zu montieren.

Wer Interesse an einem Fahrradhäuschen hat, kann sich beim zuständigen Referat für Mobilität und Verkehrsplanung per Telefon 21 23 73 70 oder mittels E-Mail melden: referat66A@stadt-frankfurt.de

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