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Explora Frankfurt Demo gegen Explora-Chef

Mehr als 80 Menschen demonstrieren am Explora Science Center gegen Museumsleiter Gerhard Stief. Nach seinen Beleidigungen gegen Flüchtlinge, Frauen und Kritiker fordern die Aktivisten einen Boykott des Museums.

Trotz Regen kamen rund 80 Menschen zum Explora-Museum, um gegen die rassistischen Äußerungen von Museumsleiter stief zu demonstrieren. Foto: Alex Kraus

Mehr als 80 Menschen protestierten am Donnerstagabend am Explora Science Center gegen die rassistischen Aussagen von Museumsleiter Gerhard Stief. Das Netzwerk NoFragida hatte dazu aufgerufen, nachdem Stief über den Twitter-Kanal des Museums Flüchtlinge, Frauen und Kritiker beleidigt hatte. Bereits am Vormittag waren linke Aktivisten ans Museum im Nordend gekommen und schmierten Parolen an die Tore. Darunter „Rassismus tötet“ und „Nazis töten“.

Organisatorin Annette Ludwig von NoFragida sagte über Megafon, Bürger müssten sich wehren, wenn in der Nachbarschaft Rassismus passierte. „Keiner soll einen Rassisten besuchen“, forderte sie mit Hinblick auf das Exploramuseum. Hans Irion, der als Betriebsrat in einer benachbarten Firma fungiert, sagte, man dürfe nicht zulassen, dass solche Aussagen unbeantwortet blieben. Manfred Zieran, der für die Wählervereinigung Ökolinx im fürs Nordend zuständigen Ortsbeirat 3 sitzt, gab an, Stief sei seit langem als Rassist bekannt. Die Aussagen Stiefs passten in das Bild einer braunen Welle, die derzeit Deutschland und Europa überrolle.

„Wir müssen unsere Kinder schützen“, so Zieran, und weiter: „Dieser Mischmasch aus Rassismus und Sexismus steht auf seiner Seite zwischen Werbung für Kids“. Er erwarte von der Schuldezernentin, alle Schulen in einem Rundschreiben aufzufordern, das Explora bei Schulausflügen zu meiden, um das Museum so zu isolieren. Bereits zu Beginn der Woche hatte die Stadt Hinweise auf das Explora von den städtischen Internetseiten entfernt. Mainova und das Land Hessen strichen das Explora als Kulturpartner.

In der Vergangenheit war Stief immer wieder mit Aktionen gegen Kinder aufgefallen, obwohl er sein Science Center als Kindermuseum präsentiert. Das Museum grenzt an den Spielplatz auf dem Glauburgplatz, ein Tor verbindet die beiden Einrichtungen. Zahlreiche Kinder waren gekommen, hielten Plakate hoch mit Sprüchen wie: „Rück unsere Bälle wieder raus!“ Die Kinder und ihre Betreuer gaben an, dass Stief ihnen Spielsachen wegnahm, sobald Kinder oder Bälle die Schwelle zum Museumshof überschritten. Sophie Elliesen erinnert sich, dass sie vor einigen Jahren als 12-Jährige ebenfalls beim Fußballspielen mit Stief aneinander geriet. „Er hat mich an den Haaren auf den Boden gezogen und in den Bauch geboxt. Die Polizei kam“, sagte sie.

Für NoFragida war es ein erfolgreicher Abend. „Ich war überrascht, dass trotz des Wetters und der kurzen Mobilisierungszeit so viele Leute da waren“, sagte Ludwig.

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