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Evangelische Kirche bringt 22 Lampedusa-Flüchtlinge vorerst in einer Kirche unter Flüchtlinge ziehen ins Gutleut

Die westafrikanischen Flüchtlinge, die seit dem vergangenen Sonntag in einer Kirchengemeinde in der Nordweststadt untergebracht waren, kommen ab der nächsten Woche in einer Kirche in der Gutleutstraße unter.

Die Evangelische Kirche bringt 22 Lampedusa-Flüchtlinge vorerst in einer Kirche unter. Foto: Andreas Arnold

Die 22 westafrikanischen Flüchtlinge, die seit dem vergangenen Sonntag in einer Kirchengemeinde in der Nordweststadt untergekommen sind, werden ab der nächsten Woche in einer Kirche in der Gutleutstraße untergebracht. Dort sei eine bessere hygienische Versorgung der Männer möglich, sagte Esther Gebhardt, Vorstandsvorsitzende des evangelischen Regionalverbands Frankfurt, am Freitagmittag vor Journalisten. Zuvor hatten Vertreter des Verbandes, der Diakonie und der Kirchengemeinden, die den Männern seit Sonntag Zuflucht gewährt hatten, gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten.

„Wir sehen die große Not und glauben, dass wir hier helfen müssen“, sagte Gebhardt. Die gemeinsame Unterbringung in der seit Monaten leerstehenden Gutleutkirche seit „keine ideale Lage“ für die Flüchtlinge, aber immerhin besser als die Mainbrücke, unter der die Männer zum Teil seit dem Sommer genächtigt hatten. Der Umzug solle im Laufe der kommenden Woche erfolgen.

Psychosoziale Betreuung

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln sollten die teilweise traumatisierten Flüchtlinge auch von Fachleuten psychosozial betreut und in Rechtsfragen beraten werden, so Gebhardt. Die Perspektive der Männer, die zum Teil „sehr schwierige Einzelschicksale“ hätten, sei unterschiedlich. Zur Finanzierung der Hilfsaktion sagte Gebhardt, der Regionalverband werde sie zunächst aus eigenen Ressourcen bestreiten, sei aber langfristig auf Unterstützung der Stadt angewiesen.

Pfarrerin Sabine Fröhlich von der Gemeinde Cantate Domino, die sich seit einer Woche um die Flüchtlinge kümmert, zeigte sich über die Entscheidung des Regionalverbandes erleichtert. „Ich schätze die Mühen und Anstrengungen, die hier unternommen werden“, sagte Fröhlich der Frankfurter Rundschau. Da die Gutleutkirche zentraler liege, seien von dort aus viele Hilfsangebote besser zu erreichen. Die Aufgabe werde sein, die „unglaubliche Unterstützungswelle“, die man in den letzten Tagen erlebt habe, an den neuen Wohnort der Männer mitzunehmen.

2000 Euro Spenden

Mindestens 50 ehrenamtliche Helfer hätten sich seit Sonntag um die Flüchtlinge gekümmert, mehr als 2000 Euro seien bereits an Spenden zusammengekommen, sagte Fröhlich. Sie hoffe jetzt, dass die Hilfsbereitschaft nicht nachlasse und sich für die Flüchtlinge eine langfristige Perspektive in Frankfurt ergebe.

Die Stadt Frankfurt hat der Kirche unterdessen schon Rat und Unterstützung angeboten. Allerdings müsse bei allen Flüchtlingen der individuelle Aufenthaltsstatus geklärt werden, bevor aus Steuermitteln etwa eine Notunterkunft bezahlt werden könnte, sagte Manuela Skotnik, Referentin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), der FR.

Am Donnerstag, 14. November, erreicht das unterdessen das Thema Armutseinwanderung das Stadtparlament. Die SPD greift einen Bericht der FR auf und fragt nach Wohnraum für Armutseinwanderer aus Bulgarien und Rumänien. Der Geschäftsführer des „Fördervereins Roma“ hatte über mangelnde Unterstützung der Stadt und deren „Law-and-Order-Politik“ geklagt.

Die SPD-Stadtverordnete Ursula Busch will wissen, wie die schwarz-grüne Stadtregierung zu der Kritik steht und wie die Kommune mit dem Mangel an Wohnraum für die Betroffenen umgeht.

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