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European School of Design Paradieshof erwacht zu neuem Leben

Die European School of Design hatte sich im Sommer gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt und die Nutzung des Paradieshofs gewonnen. Die Studenten begleiten den Umbau zeichnerisch.

06.10.2016 17:30
Rebecca Welsch
Wie der Paradieshof heute aussieht, bringen Studierende der Designschule zu Papier. Foto: Christoph Boeckheler

Es ist kalt auf dem Paradieshof in Alt-Sachsenhausen. Und doch ist der Platz belebt, zumindestens belebter als sonst: Die Studenten der European School of Design haben sich mit Bleistiften und Zeichenblöcken bewaffnet und starren gebannt auf den verwahrlosten Hof und das angrenzende Gebäude, ihre künftige Schule.

„Wir möchten die Entwicklung des Hauses dokumentieren, deswegen haben die Studenten die Aufgabe, das Haus in seinem jetzigen Zustand zu skizzieren“, erläutert Ivo Kuli?, der Zeichendozent der Schule. Der Termin ist nur einer von mehreren in den nächsten Monaten. Danach soll aus den Zeichnungen der Schüler eine öffentliche Ausstellung entstehen, die das Gebäude in den einzelnen Umbauschritten zeigt.

Die European School of Design hatte sich im Sommer gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt und die Nutzung des Paradieshofs gewonnen. Im Sommer 2018 will sie in den seit Jahren ungenutzten Bau ziehen. Ihr Konzept hatte die Schule unter das Motto „Büffeln statt süffeln!“ gestellt. Direktor Detlef Wildermuth erklärt, wieso: „Alt-Sachsenhausen war in der Vergangenheit nur für seine Kneipen und seine Nacht szene bekannt. Die Schule soll ein kulturelles Highlight im Viertel schaffen.“

Deshalb gibt es große Pläne für den 60er-Jahre-Bau: Im Keller sollen Foto- und Filmstudios eingerichtet werden, im Erdgeschoss entsteht eine Ausstellungshalle für öffentliche Präsentationen. Zum Auftakt eben das, was die Schülerinnen und Schüler während des Umbaus zu Papier bringen. Im Dachgeschoss sollen zudem neue Wohnungen gebaut werden, die vor allem als Unterkünfte für die vielen ausländischen Designstudenten gedacht sind.

„Im Moment ist das Viertel mausetot, wenn wir einziehen, wird sich der Platz um den Paradieshof auch tagsüber wieder beleben“, sagt Wildermuth. Zum neuen Paradieshofkonzept gehört auch ein Café, das sich über den Platz erstrecken wird und die Sachsenhäuser zum Verweilen einladen soll.

Sema, Jessi, Maite und Alicia sitzen in dicken Jacken auf einer Bank und skizzieren das Gebäude. Rooibostee hält sie warm. „Eigentlich zeichnen wir im Zoo oder im Park, das alte Gebäude ist mal etwas anderes“, sagt Jessi. Den Umzug werden die vier wohl nicht mehr erleben, sie befinden sich bereits im dritten und vierten Semester. Trotzdem sei der Standortwechsel eine gute Sache: „Im neuen Gebäude gibt es viel mehr Platz und auch eine neue Ausstattung“, sagt Sema. Parallel zum Zeichenkurs der Designstudenten trafen sich die bisherigen und hinzukommenden Akteure des Stadtteils. Ursula auf der Heide hatte zu dem Termin geladen, an dem neben den Direktoren der Designschule auch der Chef der Klosterpresse, die Initiative Alt-Sachsenhausen und ein Vertreter des Investors Rothenberger teilnahmen.

„Die einzelnen Persönlichkeiten in Alt-Sachsenhausen sollen sich kennenlernen und auch gemeinsame Aktivitäten planen,“ sagte auf der Heide. Bei dem Treffen hätten sich schon erste Kooperationen ergeben, weitere Zusammenkünfte seien geplant.

„Wir haben alle ein Ziel: Wir möchten Alt-Sachsenhausen aufwerten und eine neue Art von Leuten ansprechen“, erklärt Ursula auf der Heide den Hintergund ihrer Initiative. Die Umgestaltung des Paradieshofs soll ein erster Schritt zu einer Tagesnutzung der Umgebung sein.

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