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Europaviertel Weg frei zur neuen U-Bahn

In sieben Minuten vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Rebstockpark: 2017 soll das Wirklichkeit sein, mit der neuen U-Bahn-Linie in das Europaviertel südlich der Messe. Der Verkehrsausschuss bringt das 205 Millionen Euro teure Projekt auf den Weg.

15.02.2011 22:19
Frankfurts ÖPNV-Flotte. Foto: dpa

Am Dienstagabend, in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 27. März, bringt der Römer-Verkehrsausschuss die Vorplanung für das 205 Millionen Euro teure U-Bahn-Projekt Europaviertel auf den Weg.

An der Wand im Saal 307 des Rathauses hängen die Pläne für die 2,5 Kilometer lange Strecke: Am Platz der Republik zweigt der künftige U-Bahn-Tunnel 20 Meter unter der Erde nach Westen ab. Er erreicht als erste Station den Güterplatz. Dort gibt es eine B-Ebene, „wegen der großen Tiefe“, wie Karlheinz Lebisch, der Spezialist der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), sagt.

Nach Westen steigt der Tunnel unter der Erde leicht an und erreicht die nächste Station an der Emser Brücke in einer Tiefe von 13,50 Meter. Weiter geht es gen Westen zum Halt „Europagarten“, nur noch 8,50 Meter unter der Oberfläche, und schließlich bis zur Station „Wohnpark“, ganz in der Nähe des großen Messe-Parkhauses und des Rebstockparks (siehe Grafik).

Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) nennt die Vorplanung einen „städtebaulich guten Entwurf“. Sie war 2007 vom kürzlich verstorbenen Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski (Grüne) in Auftrag gegegeben worden. Der erste Beschluss für die U-Bahn stammt aus dem Jahr 1999.

Wie zu hören ist, musste Sikorski allerdings bei seinem Amtsantritt 2006 feststellen, dass die Pläne nicht weiter bearbeitet worden waren. Auch habe die Auflösung des Stadtbahnbauamtes mit seinen U-Bahn-Spezialisten viel Sachverstand verlorengehen lassen. SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling rügte dennoch die zwölf Jahre zwischen erstem Beschluss und Vorplanung als viel zu lang. Der Baubeginn ist jetzt im Jahr 2012 vorgesehen. 60.000 Menschen am Tag soll die neue U-Bahn, eine Weiterführung der U5, mal befördern. In den Hauptverkehrszeiten soll sie alle fünf Minuten fahren, nach 22 Uhr dann nur noch im 15-Minuten-Takt. An jeder Station gibt es Aufzüge, ein Antrag der schwarz-grünen Koalition sieht vor, die Zahl der geplanten Rolltreppen an jedem Halt noch zu vergrößern.

Stefan Majer, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, begrüßte den weitgehenden Verzicht auf B-Ebenen in den Stationen der neuen Strecke. Majer, der als möglicher Verkehrsdezernent nach der Kommunalwahl gehandelt wird, sagte, B-Ebenen seien „Unorte“, die nur „Sicherheitsprobleme“ mit sich brächten. (jg)

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